Abbehausen/Butjadingen - Während Britta Kollmann Dublin S die Pferdedecke für ein Foto abnimmt, fährt ein Auto auf den Hof Sperath an der Sarver Straße. Der 13-jährige Oldenburger Wallach bleibt trotz der Motorengeräusche ganz gelassen. „Pferde sind eigentlich Fluchttiere, aber Dublin hat einen ganz sanften Charakter“, sagt die Voltigier-Trainerin von den Butjenter Pferdefreunden.
Nachdem Stute Loni wegen einer schweren Kolik eingeschläfert werden musste, benötigte der Verein ein neues Pferd, um den rund 30 Kindern weiterhin Voltigieren anbieten zu können. Auch durch die Glückspfennig-Aktion der Premium Aerotec GmbH war es möglich, sich Dublin S anzuschaffen. „Ein sehr tolles Pferd“, sagt Thorsten Kollmann, Vorsitzender des Vereins.
Neue Heimat
Der 13-jährige Wallach wird von den Kindern und Jugendlichen im Alter von 3 bis 16 Jahren sehr geschätzt. Ursprünglich war die Voltigier-Sparte beim Reiterverein Stollhamm ansässig. „Um autark zu sein, wurde 2019 der neue Verein gegründet“, sagt der Vorsitzende. So kommt es, dass die Butjenter Pferdefreunde in Abbehausen ein neues Zuhause gefunden haben.
„Dublin S ist ein Voltigier- und Therapiepferd“, erzählt Britta Kollmann. Sie war früher als Leistungsturnerin aktiv und hat auch geritten. Eine gute Voraussetzung, um als Voltigier-Trainerin tätig zu sein. Sie schwärmt von der Sportart. „Voltigieren stärkt die Koordination, das Selbstvertrauen und das Körpergefühl.“ Die Roddenserin betreut drei Gruppen mit jeweils zehn Kindern. Trainiert wird montags, mittwochs und donnerstags, jeweils von 15 bis 16.30 Uhr. Wer Interesse am Voltigieren hat, kann sich bei Britta Kollmann unter Tel. 0177/3800648 melden. „Gerne würden wir noch weitere Trainingszeiten anbieten. Der Bedarf ist da. Allerdings wäre dazu eine eigene Reithalle notwendig“, sagt Thorsten Kollmann. Schließlich seien auf dem Hof Sperath auch weitere Pferde untergebracht, die die Halle nutzen.
Besonderes Vertrauensverhältnis
Aktuell wird aufgrund der Witterungsbedingungen nicht trainiert. Wettkämpfe finden coronabedingt ebenfalls nicht statt. „Wir möchten im Februar wieder mit dem Training beginnen“, so Britta Kollmann. Die Kinder freuen sich bereits darauf, wieder mit Dublin S zu arbeiten. Bis zu zwei Personen turnen gleichzeitig auf und an dem Pferd. Die Trainerin hat den Wallach dabei an einer Longe, um zum Beispiel das Schritttempo zu kontrollieren. „Anders als beim Reiten haben die Voltigierenden nicht die Kontrolle über das Pferd, sondern die Person, die die Longe hält“, weiß die Übungsleiterin.
Zwischen Tier und Mensch entstehe beim Voltigieren schnell ein besonderes Vertrauensverhältnis, sagt Britta Kollmann. „Voltigieren hat immer einen therapeutischen Aspekt. Wir haben schon ein Kind in der Gruppe betreut, dass nie gesprochen hat. Durch das Training mit dem Pferd hat sich das zum Positiven verändert.“
Voltigieren wirke sich, so die Trainerin, auch positiv auf das Sozialverhalten der Kinder aus. „Sie kommen aus verschiedenen sozialen Schichten und wachsen schnell zu einer Einheit zusammen. Der Sport macht einfach Spaß“, meint die Roddenserin.
