Butjadingen - Der Butjenter Tampen soll Kriegsflüchtlingen aus der Ukraine in Butjadingen Halt bieten. Die Kreisverbände Wesermarsch des Deutschen Roten Kreuz und der Caritas haben in Burhave symbolisch ein Tau gespannt, an dem sich Hilfesuchende und Helfer entlanghangeln können.
Im Garten des katholischen Pfarrheims Rat-Schinke-Haus in Burhave fasste Caritas-Geschäftsführer Ralf Bunten das eine Ende des Seiles, DRK-Kreisgeschäftsführer Peter Deyle das andere. Dazwischen positionierten sich Vertreterinnen und Vertreter des evangelisch-lutherischen Kirchenkreises Wesermarsch, repräsentiert durch die Kirchengemeinde Burhave und der katholischen St. Willehad-Kirche Nordenham/Butjadingen/Stadland.
Flankierende Maßnahmen
DRK, Caritas und die beiden Kirchen sind als Ergebnis eines Gespräches Anfang April beim Landkreis zu der Auffassung gelangt, dass über die Verpflichtung der Kommunen hinaus, sich um Wohnraum und Geldmittelzahlungen zu kümmern, viele flankierende Maßnahmen erforderlich sind. Sie werden, insbesondere wenn Städte und Gemeinden sich nicht in der Lage sehen dies zu leisten, von ehrenamtlichen Kräften der genannten Einrichtungen erbracht. „Und die können sich ebenso wie die Hilfesuchenden an diesen Tampen festhalten“, sagt Peter Deyle.
Das Verbindende spiegelt sich in einer Zusammenarbeit wider, die Peter Deyle mit den Worten „das ist Ökumene vom Allerfeinsten“ zusammenfasst. In dem katholischen Kommunikationszentrum „Oase“ in Tossens hat in der vergangenen Woche ein niedrigschwelliger Deutschkursus des DRK mit Petra Wragge begonnen. Außerdem findet dort montags von 14.30 bis 17.30 Uhr ein Ukraine-Treff statt, bei dem sich Geflüchtete zwanglos austauschen und Kontakte knüpfen können. Zeitgleich findet ein Ukraine-Treff des katholischen Wohlfahrtsverbandes Caritas im evangelischen Gemeindehaus in Burhave statt. Mitte Mai wird nach Auskunft von Deyle in Burhave ein Deutschkursus der Kreisvolkshochschule beginnen.
42 Flüchtlinge in Butjadingen
Bei diesen Veranstaltungen, den Fahrten zur offiziellen Registrierung beim Landkreis, Arztbesuchen und Behördengängen nehmen DRK und Caritas nach Auskunft von Peter Deyle die Flüchtlinge „an die Hand“. Beide Hilfsorganisationen bieten bei den Ukraine-Treffs durch geschulte Mitarbeiterinnen auch traumapsychologische Begleitung an. Weitere ehrenamtliche Helfer sind bei den Treffs herzlich willkommen.
Aktuell halten sich in der Gemeinde Butjadingen 42 ukrainische Kriegsvertriebene auf, darunter etwa ein Drittel Kinder. „Und es werden mehr werden“, sieht Deyle noch viel Arbeit auf die „Tampen-Crew“ zukommen.
