Nordenham - Das mit Atommüll aus dem britischen Sellafield beladene Transportschiff hat am frühen Montagmorgen Nordenham erreicht. Die „Pacific Grebe“ legte gegen 6.20 Uhr im Hafen an, bestätigte Arno Zumbach von der Polizeidirektion Oldenburg auf Nachfrage dieser Redaktion. Die Ankunft sei „völlig planmäßig“ erfolgt, technische Probleme habe es auf dem Schiff nicht gegeben.

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Nun macht sich ein Spezialkran daran, die sechs Castoren vom Schiff auf den bereitstehenden Zug zu verladen. „Wie lange das dauert, müssen wir sehen“, sagte Zumbach. Der Deutsche Wetterdienst hatte vor Sturmböen gewarnt. Diese sollen die Arbeiten des Krans allerdings nicht beeinträchtigen.

Der Transportzug bringt den Atommüll anschließend bis ins Zwischenlager im südhessischen Biblis – der Zug soll allerdings erst am Dienstag starten. Welche Strecke der Zug nimmt, teilt die Polizei aus einsatztaktischen Gründen nicht mit. Die Bahnstrecke zwischen Nordenham und Hude ist bereits für den Zugverkehr gesperrt worden, teilt die Nordwest-Bahn mit. Ein Busnotverkehr sei bis auf Weiteres eingerichtet worden.

Bereits über das Wochenende hatten Umweltaktivisten friedlich gegen den Transport protestiert. Auch frühen Montagmorgen seien Anhänger einer Mahnwache vor Ort gewesen, um mit Fahnen und Schildern ihren Protest kundzutun, teilt die Polizei weiter mit.

ATOMMÜLL-TRANSPORT ÜBER NORDENHAM Warten auf das Schiff – Polizei mit Großaufgebot im Nordwesten

Horst Lohe Antje Rickmeier Christian Ahlers Simon Sachseder Kristin Kruthaupt
Nordenham

Das Spezialschiff mit sechs Castoren war am Dienstag in der britischen Hafenstadt Barrow-in-Furness ausgelaufen. Deutschland muss aufgrund internationaler Verpflichtungen seinen im Ausland wiederaufbereiteten Atommüll zurücknehmen. Noch heute lagern in den Wiederaufbereitungsanlagen im französischen La Hague und im britischen Sellafield Castoren mit radioaktiven Abfällen aus deutschen Atomkraftwerken.

Timo Ebbers
Timo Ebbers Online-Redaktion (Ltg.)