Burhave - Axel Linneweber steigen die Tränen in die Augen, als Rita Baack aus Nordenham ihm den Teststab vorsichtig, aber tief ins Nasenloch schiebt. „Im Mund hab ich nichts gemerkt, aber in der Nase ist es schon ein kleines bisschen unangenehm“, sagt Butjadingens Bürgermeister ein paar Minuten später.
So empfindet es auch die 13-jährige Fenja Zimmermann. Schlimm sei’s nicht gewesen, „aber ich hab schon Besseres erlebt“, meint die junge Stollhammerin, nachdem sie die Test-Prozedur hinter sich gebracht hat.
Der Bürgermeister und die Familie Zimmermann, zu der neben Fenja noch ihre Schwestern Annika (15) und Merle (10) sowie Mutter Vanessa gehören, zählen am späten Dienstagnachmittag zu den ersten, die sich im Atrium in Burhave auf Corona testen lassen. Möglichen machen das die Nordenhamer Johanniter, die in der Unterweserstadt und nun auch in Burhave ehrenamtlich Dienst schieben, damit Menschen schnell Gewissheit haben, ob sie mit Covid-19 infiziert sind oder nicht.
Ehrenamtliche Tester
Die vom Bund finanzierten Tests sind kostenlos. Das Ergebnis bekommt man nach 15 Minuten schriftlich ausgehändigt. Und die bisherige Bilanz von René Junghans, Standortkoordinator der Johanniter, ist beruhigend: In Nordenham gab es bis Dienstagnachmittag bei knapp 400 vorgenommenen Tests lediglich zwei positiv Getestete.
In Burhave ist die Aktion nun gerade erst angelaufen. Aber die Resonanz ist schon jetzt gewaltig. „Die Leute rennen uns die Bude ein“, sagt René Zimmermann im Hinblick auf die zahlreichen telefonischen und Online-Buchungen, die bereits eingegangen sind.
Im Atrium empfängt am Dienstag Jonas Ohrmann die Probanden. Er erledigt hinter einer Plexiglasscheibe die Formalitäten und den Papierkram. Wer sich testen lassen möchte, muss lediglich einen Ausweis vorlegen.
Anmeldungen für einen Schnelltest bei den Johannitern sind online unter www.johanniter.de/schnelltest-nb oder telefonisch unter
Der Test ist kostenlos. Das Ergebnis liegt nach 15 Minuten vor und gibt eine 98-prozentige Sicherheit für bis zu 48 Stunden.
Bei einem positiven Testergebnis wird die betroffne Person in Quarantäne geschickt und muss zudem ihren Hausarzt aufsuchen, um noch einen PCR-Test machen zu lassen, der dann in einem Labor ausgewertet wird.
Die eigentlich Tests nimmt in einem kleinen Nebenraum des Atriums Rita Baack vor. Die Nordenhamerin nimmt Abstriche in beiden Nasenlöchern und im Mund. Und so wie Axel Linneweber und Fenja Zimmermann wird es wohl auch den meisten anderen gehen: Zur Lieblingsbeschäftigung wird so ein Corona-Test sicher nicht werden, denn es kitzelt ganz heftig. Aber dafür hat man bei einem negativen Ergebnis nach nur 15 Minuten die 98-prozentige Gewissheit, dass man sich nicht mit Corona infiziert hat.
Angehörige schützen
Fenja und ihren beiden Schwestern sowie auch ihrer Mutter ist diese Gewissheit sehr wichtig. Sie wollen ihre Oma und ihren Opa treffen. Dank des Einsatzes der Johanniter wissen sie nun, dass von ihnen keine Ansteckungsgefahr ausgeht und ein Besuch sorglos über die Bühne stattfinden kann.
Kein Risiko für andere darzustellen und Angehörige zu schützen, das ist laut Johanniter René Junghans der am meisten genannte Grund, aus dem sich Menschen auf das Corona-Virus testen lassen
