Brake - Richtung Oldenburg? „Musst Du hier lang, aber langsam und schön vorsichtig.“ Polier Stefan Frerichs ist längst zum wichtigsten Mann auf der Baustelle an der Schwetmann-Kreuzung geworden. Er hat nicht nur den Überblick über die Straßenbaumaßnahme, am Montagmorgen hilft der freundliche Herr in der orangefarbenen Warnweste Urlaubern, Pendlern und Brummi-Fahrern aus der Patsche.
Sie alle haben sich vor den rot-weißen Barken verwundert festgefahren. Hier ist gesperrt? Frerichs schmunzelt, hebt die Barke zur Seite und lässt erstmal wieder ein paar Brummis durch. „Da fehlen noch ein paar Schilder, die vorher rechtzeitig auf die Baustelle hinweisen“, sagt er.
Wie bitte? Tatsächlich. Auf NWZ-Nachfrage bestätigt die Polizeiinspektion Brake die Schilder-Panne. „Der Beschilderungsplan war hervorragend. Die Umsetzung eher nicht so“, sagt Hauptkommissar Andreas Menge. Gemeinsam mit dem Landkreis arbeite man nun an einer schnellen Problemlösung. Es habe „massive Beschwerden“ aus Ovelgönne gegeben.
Dort haben sich die tonnenschweren Kolosse nämlich im Verlauf des Tages einfach durchgewühlt. Einen der Brummi-Piloten haben Menges Kollegen direkt aus dem Verkehr gezogen. Der war erst Schlangenlinien gefahren und dann zum guten Schluss quer über eine Verkehrsinsel gerauscht. „Er hatte getrunken“, sagt Menge. Die Polizei hofft, dass sich bald alles rund um die Baustelle wieder normalisiert hat.
Die 30-Tage-Baustelle vor der Haustür hat Tankstellen-Besitzer Norbert Schwetmann jetzt schon satt. „Gar nix funktioniert hier.“ Alle paar Augenblicke muss Schwetmann raus und den Brummi-Fahrern, die auf seinem Hof drehen, erklären, wie sie wieder weg kommen. Tanken will hier indes kaum noch jemand. „Natürlich lebe ich von den Kunden, die hier vorbeifahren“, sagt er.
Die Saure-Gurken-Zeit will Schwetmann nun dazu nutzen, die Tankstelle aufzuhübschen. „Neue Säulen, neuer Anstrich, ganz neues Erscheinungsbild“, sagt er stolz. Der Betrieb geht aber weiter, sagt er. Die vielen Falschfahrer wird es freuen.
