Eckfleth - Endlich stehen „De Moordüvels“ wieder auf den Bühnenbrettern im Eckflether Kroog. Bei der Premiere des Stücks „Hier sünd se richtig“ überträgt sich die Spielfreude der beliebten Moorriemer Gruppe in Windeseile auf das Publikum. Und auch wenn der Plot des Schwanks in drei Akten nicht unbedingt nach einem Literaturpreis schreit: Das plattdeutsche Stück lebt von deftiger Situationskomik und Wortwitz. Die Moordüvels sind bestens aufeinander eingespielt und die Rollen immer typgerecht besetzt.
Vier Frauen auf der Suche
Das zeigte sich auch in diesem Stück: Dass sich vier Deerns zum Schluss der Komödie mit vier Männern, allesamt in Unterwäsche auseinandersetzen müssen, war so wirklich nicht geplant. Aber das hatten sich die Frauen selbst eingebrockt: Die Vielzahl an Missverständnissen hätten sich verhindern lassen können, hätten die Hauptdarstellerinnen miteinander geredet.
Aber wenn man zu viert unter einem Dach wohnt, herrscht nicht immer Sonnenschein. Malerin Gabi (Steffi Bremer) braucht für einen Kunstwettbewerb ein muskulöses Modell – möglichst einen stattlichen Kerl wie einst Spartacus im alten Rom. Klavierlehrerin Cäcilie (Nicole Speckels) strapaziert mit ihrer Musik die Nerven ihrer Mitbewohnerinnen.
Um das Geld für eine neue Wohnung zu beschaffen, will sie einen Klavierschüler engagieren. Und die Vermieterin Emma Feddersen (Britta Wiards), eine ehemalige Ballettdiva, will ihre Wohnung vermieten. Zwischen den Fronten steht das Hausmädchen Bertha (Diana Krampert), die es allen recht machen möchte. Insgeheim sehnt sie sich aber nach einem stattlichen Ehemann.
Verwechslungen führen zu absurden Szenen: Malte (Tim Speckels) posiert als Spartacus.
Evelyn Eischeid
Cäcilie (Nicole Speckels, links) und Bertha (Diana Krampert) schmieden einen Plan.
Evelyn EischeidKomplettes Durcheinander
Um die Suche zu beschleunigen, geben die Frauen – ohne dass die eine von den Plänen der anderen weiß – jeweils eine Annonce auf. Schon bald trudeln die Kandidaten in der Wohnung ein. Natürlich läuft alles schief. Klavierlehrerin Cäcilie begrüßt ihren angeblichen Schüler – nicht wissend, dass sich hinter dem Mann mit den sehenswerten Muskeln das Malermodell „Spartacus“ (Tobias Speckels) verbirgt.
Malerin Gabi denkt, dass der biedere Nachmieterkandidat Malte (Tim Speckels) ihr römischer Muskelprotz sei. Emma hält den heiratswilligen Bernhard (Torsten Wester) für ihren Mietkandidaten und dann ist da noch der schüchterne Klavierschüler Rolf (Martin Hohn), der plötzlich als „Spartacus wider Willen“ mit Toga, Helm und Schwert posieren muss.
Nach der Premiere sind nun noch weitere Aufführungen geplant.
Im Februar finden noch drei weitere Vorstellungen statt: Am Freitag, 24. Februar (19.30), Samstag, 25. Februar (19.30), und Sonntag, 26. Februar (15.00).
In den Folgemonaten gehen die Moordüvels am Donnerstag, 2. März (19.30), Freitag, 3. März (19.30) und Samstag, 4. März (19.30) auf die Bühne des Eckflether Kroogs. Vereinzelte Karten für die Aufführungen sind noch zu haben. Auskunft darüber bekommen Interessierte unter Tel. 044085/812.
Tosender Applaus
Ob schmeichelnd oder schimpfend, angezogen oder halbnackt – für alle Beteiligten nimmt das Karussell der Missverständnisse von Akt zu Akt mächtig Fahrt auf. Und warum die Männer am Ende fröhlich ihre Unterhosen präsentieren und für ein Happy-End sorgen, reißt die Zuschauer zu Lachsalven hin. Zur Verbeugung der Laienschauspieler gibt es einen donnernden Applaus.
