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NWZonline.de Region Wesermarsch

MAHNMAL: Denkmal am „Sedanstag“ eingeweiht

18.01.2006

nicht die nazis

Das Mahnmal auf dem Jedutenhügel ist wieder in die Diskussion gekommen, weil der Blexer Enno Fuhrken seinen unwürdigen Zustand kritisiert hatte (die NWZ berichtete). Der Vorsitzende des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge in der Wesermarsch, Udo Zempel, unterstützte die Kritik – mit Erfolg. Der heute 77-jährige Fuhrken war, seiner Erinnerung folgend, davon ausgegangen, dass das Mahnmal von den Nazis errichtet worden war. Tatsächlich hatten sie es vorgefunden und für ihre Propaganda benutzt, wie die Chronik der Kirchengemeinde Blexen deutlich macht.

Die Einweihung war ein Volksfest. Nicht nur Kriegervereine nahmen teil. GREBSWARDEN/BI - Das Kriegerdenkmal auf dem Jedutenhügel in Grebswarden stammt doch nicht aus der Nazizeit. Das geht aus der Chronik der Kirchengemeinde Blexen hervor. Danach wurde es am 2. September 1923 feierlich eingeweiht.

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Der 2. September mag den meisten Menschen heute nichts mehr sagen, damals war er ein symbolträchtiges Datum. Als so genannter „Sedanstag“ war er der nationale Feiertag des Kaiserreichs gewesen. Er erinnerte an eine Schlacht im deutsch-französischen Krieg 1870/71: Am 2. September 1870 nahmen preußische Truppen den französischen Kaiser Napoleon III. in Sedan gefangen.

So war das Kriegerdenkmal nicht als Mahnung an den Frieden gedacht, sondern es hielt das Feuer des Nationalismus wach und leistete einen Beitrag zum Aufstieg des Nationalsozialismus.

Wie der Chronik zu entnehmen ist, begannen schon 1921 in der damals noch selbstständigen Gemeinde Blexen die Planungen für ein Ehrenmal. Das Problem: Die einzelnen Dörfer konnten sich auf keinen gemeinsamen Platz einigen. Vor allem die Schweewarder lehnten ein Mahnmal in Blexen ab und begannen mit Vorkehrungen zum Bau eines eigenen Denkmals. Zudem konnten die Sozialdemokraten dem Vorhaben nichts abgewinnen.

Die entscheidende Idee kam schließlich von Baurat Adolf Rauchheld aus Oldenburg. Der Erbauer des Nordenhamer Amtsgerichts schlug den Jedutenhügel in Grebswarden vor. Der Besitzer, der inzwischen nach Nordenham verzogene Landwirt Eduard Mengers, war einverstanden.

Unter dem Vorsitz des Blexer Gemeindevorstehers Emil Büsing bildete sich eine Denkmalskommission, der Mitglieder des Blexer Gemeinderates, Vertreter der Kriegervereine und des Rüstringer Heimatbundes angehörten. Aus 17 Entwürfen wählte die Kommission schließlich den des Oldenburger Baurats Ritter aus. Spenden aus der Bevölkerung und der Industrie und viele freiwillige Arbeiten machten den Bau möglich.

Am 4. Februar 1923, einem Sonntag, wurde feierlich der Grundstein gelegt. Die „Butjadinger Zeitung“ meldete „eine erhebende, von echt patriotischem Geiste durchwehte Feier“. Der Blexer Pfarrer Gustav Rauterberg nahm in seiner Rede Bezug auf die aktuelle Besetzung des Ruhrgebiets durch die Franzosen, die er als „rache- und beutelustigen Feind“ bezeichnete.

Die Einweihung am 2. September, ebenfalls einem Sonntag, war ein großes Volksfest. Auftakt war ab 10 Uhr ein Festgottesdienst in der St.-Hippolyt-Kirche, in der kein Platz mehr frei geblieben war. Eine 18-köpfige Kapelle aus Cuxhaven spielte auf, und Pfarrer Rauterberg predigte über das Wort: „Niemand hat größere Liebe als der, der sein Leben lässt für seine Freunde.“

Ein großer Festzug brach nach Grebswarden auf. Mit Fahnen traten an: die Kriegervereine Blexen, Einswarden und Schweewarden, der Blexer Turnerbund, der Turnverein Schweewarden, die Marinekameradschaft Nordenham und der Blexer Frontkämpferbund „Stahlhelm“. Ohne Fahnen waren dabei: der Bürgerverein Blexen, die Freiwillige Feuerwehr Blexen und der Blexer Jugendbund. Die Chronik erwähnt „tausende Teilnehmer“.

Wieder hielt Pfarrer Rauterberg die Festrede, in der er die Taten der Gefallen würdigte. Wörtlich sagte er: „So sollen sich die Lebenden ihrer würdig zeigen und durch Opfersinn und Opferwilligkeit dem gebrochenen Vaterlande in seiner größten Not helfen.“ Mit dieser „größten Not“ waren die traumatische Niederlage im Ersten Weltkrieg, die Besetzung des Ruhrgebiets, aber auch die galoppierende Inflation gemeint.

Dann wurden am Fuß des Jedutenhügels Kränze niedergelegt, während die Kapelle „Ich hatt’ einen Kameraden“ spielte. Zum Abschluss sangen alle Anwesenden „Deutschland, Deutschland über alles“.

Adolf Rauchheld

schlägt den

Jedutenhügel vor

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