Elsfleth - Eva Bubenik spricht von einer sogenannten „Co-Depression“, wenn sie die Beweggründe für die neue Selbsthilfegruppe erläutern soll. Die Elsfletherin meint damit die seelischen Herausforderungen von Angehörigen, die eben selbst Probleme bekommen, weil sie das eigentliche „Problem“ nicht bewältigen können: die psychischen Schwierigkeiten der Betroffenen.
In einer solchen Sackgasse befindet sich Familie Bubenik schon seit längerer Zeit. Das führte unter anderem dazu, dass Eva Bubenik ein paar Mal an den Treffen der Oldenburger Selbsthilfegruppe teilnahm. Irgendwann hatte sie aber keine Lust mehr auf die Fahrerei, außerdem störte sie die permanente Anwesenheit einer Expertin.
Tipps von Außenstehenden, es so oder so zu machen, hält sie nämlich für wenig zielführend. „Ich möchte, dass die Angehörigen der betroffenen Menschen von ihren eigenen Erfahrungen berichten und die Teilnehmer frei entscheiden können, was sie für sich persönlich mitnehmen möchten“, erklärt die Initiatorin der neuen Gruppe.
Ablauf
Sie lädt Angehörige von Betroffenen mit psychischen Problemen zu einem ersten Treffen ein, das am Donnerstag, 1. September, von 19 bis 21 Uhr in der katholischen Begegnungsstätte Elsfleth stattfindet. Danach soll es im Zwei-Wochen-Rhythmus weitergehen. Anmeldungen sind per Mail (ev.bubenik@gmail.com) oder telefonisch (0163/1480822) möglich. Gegen spontane Teilnahmen spricht aber auch nichts.
Bubenik ist schon gespannt, wie ihr Angebot angenommen wird. Wobei, genau genommen ist es ja gar nicht „ihr“ Angebot. „Der Chef ist die Gruppe“, sagt sie. Starre Richtlinien zum Ablauf gebe es daher nicht, die Teilnehmer sollen frei reden und den Verlauf damit selbst mitgestalten können.
Know-how
Unterstützung erhielt Bubenik beim Aufbau der Selbsthilfegruppe von Klaus Zaluszkiewicz, der die Selbsthilfegruppe von Betroffenen in Brake leitet. Er habe ihr schon im Vorfeld wichtige und hilfreiche Informationen gegeben – etwa zur Zusammenarbeit mit Krankenkassen oder dem Verhalten während der Treffen – und stehe insbesondere zu Beginn des Projekts auch mit Rat zur Seite.
Bubenik hofft jedenfalls auf einen wertvollen Austausch mit Anregungen, die den Umgang der Angehörigen mit den Betroffenen erleichtern sollen. Offenheit spiele bei den Treffen eine wichtige Rolle und die Gewissheit, nicht alleine zu sein. Denn oft, berichtet sie, wissen die Angehörigen ja gar nicht, wie viele Menschen mit den gleichen Herausforderungen zu kämpfen haben.
Überraschung
Eine befreundete Person habe ihr bereits für das erste Treffen zugesagt, berichtet Bubenik. Dies sei deshalb so überraschend gewesen, weil sie nicht gedacht hatte, dass sich die Bekannte in einer ähnlichen Situation befindet. In diesem Zusammenhang stellt Bubenik aber klar: „Was in der Gruppe besprochen wird, bleibt auch in der Gruppe.“
