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Der Rodenkircher Phil Pankrath reist Ein angenehmer Kulturschock in Sydney

Phil Pankrath
Die Sydney Harbour Bridge stellt die Hauptverbindung zwischen Sydneys Nord- und Südküste dar und wird von Einheimischen schlicht „coat hanger“ (deutsch: Kleiderbügel) genannt. Sie ist 1149 Meter lang und 90 Jahre alt.

Die Sydney Harbour Bridge stellt die Hauptverbindung zwischen Sydneys Nord- und Südküste dar und wird von Einheimischen schlicht „coat hanger“ (deutsch: Kleiderbügel) genannt. Sie ist 1149 Meter lang und 90 Jahre alt.

Phil Pankrath

Rodenkirchen - Es fühlt sich nicht immer richtig an, das Richtige zu tun. Nach 16 Monaten Reisen auf dem südamerikanischen Kontinent, in denen mir ein entspannter Alltag zur Normalität geworden ist, meine ich, es wäre mal wieder an der Zeit, die Seiten auf dem Globus zu wechseln und ein wenig Struktur in mein Leben zurückzubringen. Der perfekte Kontinent, der Abenteuer, warme Temperaturen und gute Arbeitsmöglichkeiten verspricht, ist Australien.

Der längste Flug

Gesagt, getan. Und so geht es mit dem Flieger über drei Länder auf die längste Flugverbindung meines Lebens. Nach einem kurzen Flug und Übernachtung in Panama geht es weiter nach Los Angeles, um dann über Hawaii inklusive einer Nacht am Flughafen eine 53 Stunden lange Verbindung nach Sydney hinter mich zu bringen.

Für 340 Euro habe ich ein sogenanntes Work-and-Holiday-Visum beantragt, das mir Zugang zu etlichen Backpacker-Jobs verleiht und eine Aufenthaltsgenehmigung für ein Jahr, die sich unter bestimmten Umständen auch recht einfach auf bis zu drei Jahre erweitern lässt. Typische Jobs für Backpacker – also Rucksack-Touristen – findet man auf einer Farm, einer Baustelle, in einem Restaurant, einer Solarfarm oder auch in der Mine.

Ein teures Land

Die Lebensunterhaltskosten sind sehr hoch in Australien, und daher beträgt der Mindestlohn mittlerweile 27 australische Dollar, das sind 18,50 Euro. Überstunden und Wochenendarbeiten werden außerordentlich hoch vergütet. Oftmals werden auch Unterkünfte auf den Farmen oder Minen gestellt, so dass sich relativ schnell gutes Geld verdienen lässt.

Es ist mein Ziel, schnellstmöglich Kontakte aufzubauen und fleißig Bewerbungen zu schreiben, um in den Minen zu landen, denn hier werden die höchsten Stundenlöhne bezahlt. Auch werde ich versuchen, bestimmte Zertifikate zu erlangen, die mich berechtigen, als Fluggerätmechaniker in Australien zu arbeiten. Für mich ist es eine relativ einfache Rechnung, indem ich kalkuliere, wie lange ich in anderen Ländern mit einem Monatsgehalt reisen kann. Meine Mission ist also simpel, in dem kürzesten Zeitraum so viel Geld wie möglich zu verdienen und meine Reisen in Australien auf ein Minimum zu beschränken, denn das Geld ist woanders gleich viermal so viel wert.


Sydney ist eine traumhafte Stadt, die nicht nur auf dem Papier weit oben auf der Liste der lebenswertesten Städte der Welt steht. Gigantische Wolkenkratzer, eine Hafenpromenade an der Skyline entlang, die bis zum legendären Opernhaus führt, mehr als einhundert Strände, angenehme 18 Grad unter Sonnenschein im Winter, wunderschöne Parks und für eine moderne westliche Stadt eine sehr entspannte Lebenseinstellung.

Stadt ohne Chaos

Alles ist sehr ruhig, organisiert und wirkt irgendwie zu ideal. Es gibt kein Chaos, keine laute Musik und keine Menschen, die hemmungslos aus der Reihe tanzen. Die Zeit in Kolumbien – oder wie ich es auch nenne: im wilden Westen – ist erst einmal vorbei. Ich befinde mich in einer wahrlich anderen Welt als die, an die ich mich in den vergangenen Monaten gewöhnt hatte. Sydney hat definitiv alles, das man sich in einer Stadt wünschen kann und ist für mich ein angenehmer Kulturschock, auch wenn mein Herz noch einige Tage brauchen wird, um hinterher zu kommen.

Also wie die Australier sagen würden: Cheers, Mate!

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