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Pläne für Dorfgemeinschaftshaus Waddenser wollen einen Bürgerverein haben

Lutz Timmermann
Axel Linneweber (von links), Dirk Warns, Martin Beck und Ralf van Norden erklärten, was für die Gründung eines Bürgervereins erforderlich ist.

Axel Linneweber (von links), Dirk Warns, Martin Beck und Ralf van Norden erklärten, was für die Gründung eines Bürgervereins erforderlich ist.

Lutz Timmermann

Waddens - Waddens wird wohl einen Bürgerverein bekommen. Die Gründungsabsichten hängen zusammen mit Plänen für den Bau eines Dorfgemeinschaftshauses.

Seitdem die Gaststätte „De Butjenter“ zum Jahresende 2022 geschlossen worden ist, stehen die Dorfvereine ohne Vereinsgaststätte da. Ein Zustand, der nach Ansicht einer 25-köpfigen Gruppe um Dorfgemeinschaftssprecher Dirk Warns nicht von Dauer sein soll. Es entstand die Idee zum Bau eines Dorfgemeinschaftshauses. Pläne dafür hat der in Waddens aufgewachsene und in Elsfleth wohnende Zimmerermeister Arndt Riesebieter entworfen.

Infoabend

Die Entwürfe hingen Sonnabendnachmittag bei einer Informationsveranstaltung in der Sporthalle aus. In der von über 100 Bürgerinnen und Bürgern sowie Gästen besuchten Veranstaltung ging es vorrangig um eine „Aufklärungs- und Fragerunde zur Gründung eines Bürgervereins“. Denn ein eingetragener Verein mit vom Finanzamt bescheinigter Gemeinnützigkeit befreit die handelnden Personen von Haftungspflichten. Diese Absicherung ist bei einem auf rund 500.000 Euro veranschlagten Neubau „wohl notwendig“, meint Dirk Warns.

Eine Vereinsgründung „ist kein Hexenwerk“, betonte Ralf van Norden. Es bedarf sieben dazu bereiter Personen, einer vernünftigen Satzung, einer Gründungsversammlung mit Wahl eines Vorstandes und dem Eintrag in das Vereinsregister, erklärte der Rechtsanwalt und Notar aus Nordenham. „Damit ist das ganze Haftungsproblem erschlagen“, sagte van Norden.

Die Dorfgemeinschaft hatte an alle Versammlungsteilnehmer Stimmkarten ausgegeben mit der Fragestellung „Wenn ein Bürgerverein gegründet wird, werde ich diesem beitreten“. Darauf antworteten 116 Besucher mit „ja“, vier sprachen sich dagegen aus. Dirk Warns versteht dieses Votum auch als Auftrag, die Neubaupläne für ein Dorfgemeinschaftshaus voranzutreiben.


Finanzierung

„Wenn die letzte Gaststätte im Ort schließt, ist das erstmal ein Schlag ins Kontor“, bot Bürgermeister Axel Linneweber die Hilfe der Gemeinde zum Erhalt „eurer Super-Dorfgemeinschaft“ an. Im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten werde man den Bau eines Dorfgemeinschaftshauses ähnlich fördern wie den im Frühjahr beginnenden Bau eines Vereinsheims der TSG Burhave, zu dem die Gemeinde 50.000 Euro beisteuert.

Der Vorsitzende des Bürgervereins Neuenhuntorf, Martin Beck, berichtete über seine Erfahrungen mit dem Bau eines Gemeindehauses. Die Ausgangslage war ähnlich der in Waddens. Das erste Vereinsheim in Altenhuntorf schloss die Pforten, das nächste brannte ab. Der Bürgerverein kam vorübergehend im Schützenhaus unter. In Zusammenarbeit mit umliegenden Vereinen entstand für 350.000 Euro ein Dorfgemeinschaftshaus, das 2019 in Betrieb genommen wurde.

So könnte das Dorfgemeinschaftshaus in Waddens aussehen. Arndt Riesebieter hat die Pläne entworfen. BILD: Lutz Timmermann

So könnte das Dorfgemeinschaftshaus in Waddens aussehen. Arndt Riesebieter hat die Pläne entworfen. BILD: Lutz Timmermann

Dieser neue Dorfmittelpunkt sei nach der Coronakrise „fast zu einem Selbstläufer geworden“, berichtete Martin Beck von hoher Auslastung durch Vereine, Tagungen, Schulungen, private Feiern, Vortragsveranstaltungen der Landfrauen, Kaffeetafeln nach Beerdigungen und kirchlichen Veranstaltungen. Die Kirchengemeinde hatte ihr altes Gemeindehaus veräußert und zu dem Neubau 70.000 Euro beigetragen.

Dorfleben

Das Haus mit Platz für 80 bis 90 Personen wird von einem vom Bürgerverein angestellten Betreiber-Ehepaar geführt, das dafür eine Aufwandsentschädigung von 1600 Euro im Jahr erhält. Für die private Nutzung werden abhängig von Tageszeit und Personenzahl 80 bis 200 Euro Gebühr sowie eine Reinigungspauschale von 50 Euro erhoben.

Eine Liebeserklärung an das Dorfleben in Waddens gab Rianne de Witte ab. Die gebürtige Niederländerin lebt seit 2001 hier und verwies darauf, dass immer mehr junge Familien sich in Waddens ansiedeln. „Hier gibt es immer etwas zu feiern. Wir werden gemeinsam das Dorf am Laufen halten, am besten mit einem Bürgerverein“, rührte die 28-Jährige Dirk Warns fast zu Tränen.

Beim anschließenden Neujahrsempfang vor und in der Turnhalle wurden die Pläne der Dorfgemeinschaft noch lange diskutiert.

Der Sprecher der Waddenser Dorfgemeinschaft, Dirk Warns, lädt zur Inforunde und zum Neujahrsempfang ein.

DORFGEMEINSCHAFT WILL DIE BÜRGER FRAGEN Braucht Waddens einen Bürgerverein und einen festen Treffpunkt?

Jens Milde
Waddens
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