Berne - „Angesichts des Umfangs haben wir schon vermutet, dass es vielleicht Zwillinge werden könnten. Aber so außergewöhnlich dick war die Kuh eigentlich nicht“, erinnert sich Tim Hollatz. Er ist einer der Mitarbeiter auf dem Hof Scholman und hat schon vielen Kälbern auf die Welt geholfen.

Das erste Kalb holte er und das zweite sein Chef, Landwirt Gert Scholman, der die Kuh anschließend zweimal kontrollierte. „Wir dachten, alles sei gut überstanden. Aber dann habe ich gesehen, dass sie noch einmal zu pressen anfing und habe noch ein paar Füße entdeckt“, so der Mitarbeiter des Huntebrücker Betriebs. Zur Überraschung aller erblickte ein drittes Kalb das Licht der Welt. Und das ist gerade bei Leistungskühen etwas ganz Besonderes. „Ich habe so etwas in den 41 Jahren auf dem Hof noch nie erlebt“, freut sich Anke van Eijden-Scholman und dass der Nachwuchs kerngesund ist.

Tim Hollatz und Auszubildende Marie Lürßen helfen Familie Scholman bei der Versorgung ihrer rund 200 Kühe in Weidehaltung, von denen 180 jeden Tag gemolken werden. Geburten gibt es auf dem Hof mehrere pro Woche. Am wenigsten Probleme macht es, wenn es ein Kalb ist, das nach neun Monaten das Licht der Welt erblickt. Wie bei den Menschen, so sind auch bei Kühen Zwillinge nicht an der Tagesordnung.

Drei Kälber auf einmal sind aber selbst für eine Kuh, die zum vierten Mal kalbt, eine riesige Herausforderung. „Sie war anschließend so schwach, dass wir einen Tierarzt hinzugezogen haben“, berichtet Anke van Eijden-Scholman von den Sorgen, die sich um das Tier machte. Mit einigen Extraportionen Heu, Futter und auf Stroh wurde die frisch gebackene Mutter wieder aufgepäppelt. Die Drillinge, die noch per Hand gefüttert werden und sich bestens entwickeln, erhalten eine Portion Milch mehr als ihre Artgenossen. Die drei Kuhkälber werden zusammen auf dem Scholman-Hof bleiben.