Brake - Der Ball rollt in einem Käfig hin und her. Zwei Autos jagen ihn. Ein Spieler erobert die Kugel. Dann kracht es. Beide Autos liegen auf dem Dach. Und der Ball rollt im Schneckentempo über die Torlinie. Der eine jubelt, der andere drückt wild auf die „Weiter“-Taste.
„Notfallplan#2“
So sieht eine typische Spielsituation in dem Computerspiel „Rocket League“ aus. Dieses Spiel gehörte zum Programm der Veranstaltung „Notfallplan#2“ des Braker Vereins „totalverpLANt“. Normalerweise wären an diesem Wochenende in der Braker Großsporthalle rund 240 Teilnehmer dabei gewesen.
Allerdings musste die Party – coronabedingt – digital stattfinden. „Das Event war gut und hat Spaß gemacht. Die Online-Veranstaltung war eine gute Sache, um den Kontakt zu den LAN-Party-Teilnehmern zu halten und zumindest über den Chat mal wieder voneinander zu hören“, sagt der 33-jährige Martin Kositz, Kassenwart und Vorstandsmitglied von „totalverpLANt“.
An den Turnieren haben insgesamt circa 50 Spieler teilgenommen, zusätzlich rund 50 Zuschauer, sagt Martin Kositz. Von der Großsporthalle aus hat er gemeinsam mit anderen E-Sportlern das Event kommentiert. Die Spieler haben dabei meistens in ihren eigenen vier Wänden gespielt. Auf verschiedenen Plattformen haben sie den „Notfallplan#2“ verfolgt.
Andere Atmosphäre
„Die Atmosphäre ist natürlich komplett anders. Normalerweise hört man bei so einer Veranstaltung einige Teams in der Halle rumschreien, wenn sie ein knappes Spiel verloren haben. Aber ich denke, dass jeder, der von zuhause aus mitmacht, auch Bock hat“, sagt Martin Kositz. Am Freitagabend wurde in 3er-Teams „Rocket League“ gespielt. Samstag standen dann Partien bei „Rainbow Six“ und „Counterstrike Go“ an. Die Teilnehmer spielten auf dem Computer, einige auch auf der Spielekonsole. Der Organisationsaufwand sei dieses Mal etwas geringer gewesen, als bei der sonst üblichen großen LAN-Party mit 240 Personen, sagt Martin Kositz.
Alle Mitglieder von „totalverplANT“ machen ihre Arbeit ehrenamtlich. „Wie andere Menschen abends nach der Arbeit eine Fußballmannschaft trainieren, arbeite ich im E-Sport-Verein“, sagt Martin Kositz. Der Ball rollt also nicht nur beim Fußball, sondern auch bei „Rocket League“.
