Eckfleth - Es ist kühl für diese Jahreszeit. Zu kühl. Der Rasen ist noch nass, verströmt aber genau den Geruch, nach dem alle süchtig sind, die Fußball lieben. Als die Mähroboter am Dienstagmorgen um kurz nach acht ihre Arbeit verlässlich und gleichmütig im Eckflether Birkenstadion verrichten, sind die Spuren der Pokalpartie zwischen den Fußballern des SG Großenmeer/Bardenfleth und des TuS Jaderberg vom vergangen Sonntag noch deutlich zu sehen.
Normale Folgen
Aber es sind die normalen Folgen eines Fußballspiels auf einem Rasenplatz im Regen. Das erste Pflichtspiel seit einer gefühlten Ewigkeit habe keine bleibenden Schäden hinterlassen, sagt Großenmeers Vereinsboss Florian Bierbaum. „So schlimm war es nicht“, meint er. „Das meiste hat der Linienrichter kaputtgemacht“, sagt er und lacht.
Am Sonntagnachmittag provozierte der große Regen an dieser Stelle wohl einen höchst seltenen Vorgang. Unmittelbar vor dem Spiel wurde das Feld kurzerhand um zehn Meter verkürzt. „Der hintere Teil des Feldes ist während des Platzregens abgesoffen“, sagt Großenmeers Trainer Tilo Ziegert. Bierbaum erklärt, warum es dazu kommen konnte. „Da steht noch eine Baumreihe. Das Wasser konnte deshalb nicht richtig abfließen.“
Voller Pfützen
Schiedsrichter Michael Steiner (SV Brake) sagt, dass er die Partie nicht angepfiffen hätte, wenn dieses Teilstück nicht abgetrennt worden wäre. „Dort war alles voller Pfützen. Dieser Bereich war unbespielbar. Die Verletzungsgefahr wäre zu groß gewesen. Außerdem wäre da auch zu viel Zufall im Spiel gewesen.“ Der Vorschlag, den Platz zu verkleinern, sei von den Teams gekommen. Das Feld habe eine erlaubte Größte gehabt, die Markierungen seien entsprechend versetzt worden und gut sichtbar gewesen, sagt Steiner. „Für mich ging das in Ordnung.“
Dennis Hohmann freut sich über die Flexibilität seines Kollegen und der Teams. Der Vorsitzende des Schiedsrichter-Ausschusses des Fußball-Kreisverbands Jade-Weser-Hunte sagt, dass die Vereine lediglich die Mindestmaße einhalten müssten. Ein Spielfeld dürfe 90 bis 120 Meter lang und 45 bis 90 Meter breit sein. „Die Plätze werden vor der Saison vom Spielausschuss abgenommen und genehmigt.“ Wenn ein Feld kurzfristig verkürzt werde, müsse der Schiedsrichter das zwar im Spielbericht erwähnen. „Wie dann entschieden wird, liegt bei der Spielinstanz.“
Großenmeers Trainer Tilo sagt, dass er das Feld am Montagabend noch einmal abgeschritten sei. „Selbst der verkürzte Platz war noch deutlich über 90 Meter lang.“ Dennoch habe es sich ungewöhnlich und merkwürdig angefühlt, die Teams auf einem deutlich kleineren Spielfeld spielen zu sehen, sagt er.
Platzpflege
Am Mittwoch machte sich Florian Bierbaum auf, um die letzten Schäden zu beseitigen. Wöchentliche Platzpflege. „Was man als Vereinsvorsitzender nicht so alles tut“, sagt er. Obwohl der neue Platz seinen ersten Härtetest bestanden hat, bereitet ihm die Wettervorhersage Unbehagen. Zum Wochenende hin solle es wieder regnen, sagte er. „Wenn wir jetzt schon im August Spiele absagen müssen... Na dann. prost Mahlzeit.“
