Bardenfleth - Drei Einsatzjahre hatte die Freiwillige Feuerwehr Bardenfleth auf der diesjährigen Jahreshauptversammlung im Eckflether Kroog aufzuarbeiten. Laut Ortsbrandmeister Jens Cordes waren diese Jahre auf einen Nenner zu bringen: Die Corona-Pandemie diktierte das Geschehen der Feuerwehr. Das galt besonders für die Jahre 2020 und 2021, während das Jahr 2022 zum Teil wieder ein „normales“ Feuerwehrleben ermöglichte.
Unvergesslicher Einsatz
Ein ganz schwieriger Einsatz im August 2022 werde den Einsatzkräften in Erinnerung bleiben: Auf einem Hof waren sieben Milchkühe wegen gebrochener Bodenspalten in den darunter liegenden Güllekeller gefallen. Gemeinsam mit den Wehren Altenhuntorf und Neuenbrok musste die Bardenflether Ortswehr unter schwerem Atemschutz die Taktik den Gegebenheiten anpassen. Es gelang sechs der Kühe mit maschineller Hilfe und unter tierärztlicher Betreuung zu retten, für eines der Tiere kam jede Hilfe zu spät.
Der Landwirtsfamilie leistete Pastorin Annette-Christine Lenk in der emotionell aufgeladenen Situation seelischen Beistand. Aktiv war die Bardenflether Ortswehr in 2022 bei vier Brandeinsätzen, sechs Hilfeleistungseinsätzen und einer Kreisbereitschaftsübung. Erstmals gab es keinen Fehlalarm.
1079 Dienststunden
Insgesamt wurden 2022 rund 1079 Dienst- und Einsatzstunden geleistet. Die Ortswehr verfügt derzeit über 29 aktive Kameradinnen und Kameraden bei einem Durchschnittsalter von 40,4 Jahren. In geheimer Wahl wurde Horst Korte zum 1. Gruppenführer und Tobias Speckels zum 2. Gruppenführer bestimmt. Alle weiteren Besetzungen der Fachwartsposten erfolgten einstimmig. Für 50-jährige Mitgliedschaft wurde Horst Matzke ausgezeichnet. Befördert wurden Fabian Cordes (Feuerwehrmann), Nicole Speckels (Hauptfeuerwehrfrau) und Frank Timmermann (1. Hauptfeuerwehrmann).
Hohe Investitionssummen
Über die aktuellen Investitionen in die Ortswehren informierte Bürgermeisterin Brigitte Fuchs. Mit 17 000 Euro schlägt die Neuanschaffung von speziellen Schutzhelmen zu Buche. Diese sind zum Betreten der Umspannanlage der Firma Tennet erforderlich. Man habe in dieser Sache einen Antrag auf Bezuschussung bei Tennet gestellt, so Fuchs. Gegen Jahresende 2023 sei mit der Lieferung des neuen Löschfahrzeugs (LF 10) für die Bardenflether Wehr zu rechnen. Diese Anschaffung belastet den Finanzhaushalt der Stadt mit 287 000 Euro.
Enorme Kostensteigerungen erwartet die Stadt Elsfleth für die Umbauten der Feuerwehrhäuser Altenhuntorf und Bardenfleth. „Die Stadt wird sich verschulden müssen. Es wird nicht leicht, diese Baumaßnahmen umzusetzen, wenn finanziell immer wieder nachgelegt werden muss“, sagt Brigitte Fuchs.
