Auf den ersten Blick wirkt die Debatte um Einbahnstraßenschilder in Oldenbrok wie der sprichwörtliche Schildbürgerstreich. Über Jahre wird hier über eine Frage diskutiert, die eigentlich gar nicht erst bis in die politischen Gremien hätte vordringen dürfen. Immerhin geht es hier um eine kleine Straße in einem Dorf. Hätten vor dem ersten Antrag von CDU/FDP im Jahr 2021 einfach alle miteinander gesprochen, hätte man sich den kompletten Aufwand sparen können. Stattdessen wird jetzt über die Aufhebung einer Aufhebung gesprochen – ein Wunder, wenn da ein normaler Mensch überhaupt noch folgen kann.
Und dennoch: Der neue Beschluss ist ein Zeichen für eine funktionierende Demokratie auf der kleinsten Ebene, da wo die Menschen hautnah erleben, wenn etwas schiefläuft. Und schiefgelaufen ist die Entscheidung im Oktober 2023. Denn die Verwaltung hatte ja ein klares Meinungsbild einer kleinen, klar umgrenzten und von der Entscheidung betroffenen Gruppe eingeholt. Es gab kaum einen vernünftigen Grund, gegen dieses Meinungsbild zu entscheiden. Passiert ist es dennoch. Und es zeugt von Verantwortungsbewusstsein, wenn die Gruppe, die für den Antrag ursprünglich verantwortlich war, diesen Fehler einsieht und dafür sorgt, dass er korrigiert wird – sogar, wenn das gegen das Interesse eines Fraktionskollegen ist. Bleibt zu hoffen, dass es im Gemeinderat nicht wieder eine Überraschung gibt. Dann wäre Schilda nicht mehr weit.
