Einswarden - Vor drei Jahren war die Idee aufgekommen, in der damals leerstehenden Jugendherberge einen außerschulischen Lernort für Technik einzurichten. Damals wanderten die Pläne in die Schublade, weil die Stadt Nordenham es bevorzugte, die Immobilie am Weserstrand weiterhin als Übernachtungseinrichtung zu nutzen. Entsprechend veräußerte sie das Gebäude an einen Investor, der genau dieses Ziel verfolgte. Doch jetzt nimmt das Projekt „Lernort Technik“ wieder Fahrt auf – mit einem neuen Konzept und an einem anderen Standort. Dabei handelt es sich um das Technologiezentrum Nordenham (TZN) an der Werftstraße in Einswarden. Bei dem Bestreben, dem 2011 in Betrieb genommenen TZN eine Neuausrichtung zu geben, ist die Schaffung eines außerschulischen Lernorts für Technik ein wichtiger Baustein.
Träger des Technologiezentrums, das bislang in erster Linie auf Forschungsvorhaben in den Bereichen Flugzeugbau, Automatisierung und Materialentwicklung ausgelegt war, sind der Landkreis Wesermarsch und die Stadt Nordenham. Die Gesellschafter sind sich darüber einig, dass die Einrichtung breiter aufgestellt werden und mehr nach außen geöffnet werden sollte.
Förderantrag gestellt
Bei diesen Überlegungen kam der Vorschlag auf, dort auch einen außerschulischen Lernort für Schüler, Auszubildende und Studenten anzubieten. Diese Anregung hatte der Nordenhamer FDP-Ratsherr Manfred Wolf eingebracht, der als beratendes Mitglied der Gesellschafterversammlung angehört.
Die Vorbereitungen sind nach Angaben des TZN-Geschäftsführers Jürgen Mayer inzwischen schon so weit gediehen, dass für die Startfinanzierung ein Förderantrag eingereicht werden konnte. Wenn es mit der erhofften Bezuschussung aus dem Landesprogramm „Digital-Hub“ klappt, sind 90 Prozent der auf 172600 Euro kalkulierten Anfangskosten gesichert. Die verbleibenden 10 Prozent Eigenanteil will der Landkreis Wesermarsch beisteuern.
In seiner jüngsten Sitzung hat der Wirtschaftsausschuss des Kreistages der Bewilligung dieser 17260 Euro zugestimmt. Das Antragsverfahren für die Fördergelder umfasst zwei Stufen. Laut Jürgen Mayer, der im Hauptberuf das Wirtschaftsförderungsamt der Stadt Nordenham leitet, dürfte Ende dieses Monats feststehen, wie groß die Chancen für den außerschulischen Lernort in Nordenham sind. In der Aufbauphase geht es zunächst darum, die erforderliche Ausstattung anzuschaffen. Dazu gehören unter anderem Technikbaukästen, Tablets, 3-D-Drucker, Computersoftware und zwei Schulungsroboter. Zudem ist beabsichtigt, einen Labor-Container für mobile Schulungsprojekte außerhalb des TZN zu erwerben.
Kooperationspartner
Im Vordergrund steht der Gedanke, junge Menschen für die Naturwissenschaften zu begeistern. Aber auch für die Erwachsenenbildung soll der Lernort Technik verschiedene Angebote vorhalten. Die pädagogische Konzeption sieht eine Zusammenarbeit mit Bildungsträgern wie der Kreisvolkshochschule und der Beschäftigungsfördergesellschaft Zeit & Service vor.
Zudem ist eine Kooperation mit der Industrie- und Handelskammer, der Handwerkskammer und anderen Organisationen aus den Bereichen Beruf, Wirtschaft und Bildung geplant.
Das Finanzierungsmodell für die laufenden Kosten sieht Zuwendungen von einer noch zu gründenden Stiftung sowie Beteiligungen des Landkreises und der Stadt Nordenham vor. Darüber hinaus sollen Einnahmen durch Kursgebühren und Sponsoring erzielt werden. Die jährlichen Ausgaben sind nach der Anlaufphase auf rund 68500 Euro veranschlagt.
