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Technologiezentrum Nordenham Nicht nur den Flugzeugbau im Blick

Einswarden - Die einseitige Ausrichtung auf die Luftfahrtindustrie und damit auf Premium Aerotec war nicht im Sinne des Erfinders, als das Technologiezentrum Nordenham im September 2011 den Betrieb aufnahm. Aber genauso ist es gekommen. In dem damals für 12,7 Millionen Euro gebauten TZN dreht sich inzwischen fast alles um das Thema Flugzeugbau. Jetzt wollen die Stadt Nordenham und der Landkreis Wesermarsch als Träger der Einrichtung das Ruder herumreißen und einen neuen Kurs einschlagen. „Wir müssen das TZN breiter aufstellen und es mehr nach außen öffnen“, gibt Nordenhams Wirtschaftsförderer Jürgen Mayer die Richtung vor. Doch die Neuausrichtung kostet Geld.

Mittelstand verstärkt ansprechen

Neue Schwerpunkte des Technologiezentrums Nordenham (TZN) sollen neben der Forschung die Themenfelder Technologietransfer und Qualifikation sein.

Das erweiterte Angebot soll den Mittelstand verstärkt ansprechen und dazu beitragen, dass sich das TZN als Lernort und Ansprechpartner für Technologie im regionalen Wirtschaftsraum etabliert.

Unter anderem sind regelmäßige Informationsveranstaltungen, Seminare und Ausbildungsangebote geplant.

Das 2011 in Betrieb genommene TZN befindet sich an der Werftstraße 1 in Einswarden. Die Nutzfläche beläuft sich auf 6700 Quadratmeter. Zurzeit sind dort 15 Mieter angesiedelt. Die Auslastung beträgt 82 Prozent.

In einer Sitzung des Wirtschaftsausschusses erntete Jürgen Mayer allgemeine Zustimmung für die geplanten Umstrukturierungen und veränderten Schwerpunkte. Was ihn aber noch mehr gefreut haben dürfte, das war der einmütige Beschluss des Stadtratsgremiums, die erforderlichen Haushaltsmittel bereitzustellen.

200 000 Euro für Personal

Laut Finanzierungsplan des Wirtschaftsförderers sind 300 000 Euro im Jahr notwendig, um das TZN in der gewünschten Form betreiben zu können. Den dicksten Brocken mit 200 000 Euro machen künftig die Personalkosten aus. Darin ist auch die Beschäftigung eines Technischen Leiters enthalten, dessen Stelle neu geschaffen werden soll. 45 000 Euro im Jahr stehen für Ausstattung und Aufbau einer Infrastruktur zur Verfügung. Die restlichen 55 000 Euro sind für Verbrauchsmaterial, externe Beratung, Kommunikation, Veranstaltungen, Marketing und kleinere Ausgaben vorgesehen.

Als gleichberechtigte Gesellschafter müssen die Stadt Nordenham und der Landkreis Wesermarsch je zur Hälfe die Kosten übernehmen. Doch sie hoffen auf eine Förderung durch das Land Niedersachsen. Wenn Hannover die Zuschüsse mit der angepeilten 50-Prozent-Rate bewilligt, beschränken sich die Jahresbeiträge von Stadt und Landkreis auf jeweils 75 000 Euro.

Aber was geschieht, wenn es keine Fördermittel vom Land gibt? Dann würden Stadt und Landkreis in voller Höhe die Last auf sich nehmen und wären mit je 150 000 Euro im Jahr dabei. Das hat der Wirtschaftsausschuss in seinem Beschluss so festgelegt. Der einstimmig verabschiedete Finanzplan für das TZN gilt bis einschließlich 2024. Grundlage ist ein entsprechendes Konzept, das die Gesellschafterversammlung des TZN Ende Mai verabschiedet hat.

An der Entstehung dieses Zukunftspapiers waren zwei Professoren des Zentrums für Mechatronik und Automatisierungstechnik (Zema) in Saarbrücken maßgeblich beteiligt.


Laut Jürgen Mayer besteht „dringender Handlungsbedarf“ für eine Neuausrichtung. Vor allem soll damit eine bessere Anpassung des Technologiezentrums „an die Bedürfnisse der Region“ erreicht werden. Mit technologischen Innovationen und branchenübergreifenden Synergien ließe sich dann eine Stärkung des Wirtschaftsraum Wesermarsch erreichen.

„Der richtige Ansatz“

Uwe Thöle, Vorsitzender der SPD-Fraktion im Nordenhamer Stadtrat lobte das Konzept: „Es ist zukunftsorientiert und genau der richtige Ansatz“.

FDP-Vormann Manfred Wolf verheimlichte aber nicht, dass es „ein langer Weg wird“. Und niemand sollte davon ausgehen, dass die erhofften Landeszuschüsse ein Selbstgänger seien. „Es gibt viele Begehrlichkeiten für Fördermittel“, sagte Manfred Wolf mit einem Hinweis darauf, dass in Niedersachsen 32 Technologiezentren existieren.

Norbert Hartfil
Norbert Hartfil Redaktion Nordenham (Leitung)
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