Berne - Es gibt einen Bedarf für einen zweiten Nahversorgungsmarkt in der Gemeinde Berne. Zu diesem Fazit kommt das Einzelhandelskonzept, das die Gemeinde Berne von der BBE Handelsberatung GmbH hat erstellen lassen. Gerade vor dem Hintergrund, dass sich beispielsweise durch Neubaugebiete wie Hohes Feld I und II in den kommenden Jahren „der Nachfragebedarf im Bereich der wohnortnahen Grundversorgung weiter erhöhen werde, sollte ein weiterer Ausbau mit Lebensmittelangeboten angestrebt werden“, zog Andreas Weidmann Bilanz, der das Einzelhandelskonzept im Ausschuss für Planen, Bauen und Wirtschaft vorstellte.
Nur ein Supermarkt
Derzeit gibt es in Berne nur einen Lebensmittelvollsortimenter, den Edeka Wigger an der Weserstraße. „Damit wird die Gemeinde aus gutachterlicher Sicht ihrem grundzentralen Versorgungsauftrag nur unzureichend gerecht“, erläuterte Andreas Weidmann. Dies werde auch durch die nur sehr geringe Umsatz-Kaufkraft-Relation von 39 Prozent für die Warengruppe der periodischen Bedarfsgüter deutlich. Denn viele Bernerinnen und Berner weichen zum Einkauf auf die Geschäfte in den Nachbarkommunen aus, statt ihr Geld in der eigenen Gemeinde auszugeben, erklärte Weidmann.
Weil nun auf einem Grundstück an der Weserstraße (das zwischenzeitlich auch als Standort eines Kindergartenneubaus vorgesehen war) ein Netto-Markt errichtet werden soll, hatte die Gemeindeverwaltung die Aufstellung des Einzelhandelskonzeptes in Auftrag gegeben. Denn die Gemeinde Berne ist Mitglied im Kommunalverbund Bremen/Niedersachsen. Dieser hat zur Steuerung des Einzelhandels Ansiedlungsregeln für Einzelhandelsprojekte über 800 Quadratmeter Verkaufsfläche aufgestellt, an die sich als Mitglied des Verbunds auch die Gemeinde Berne halten muss.
Eine dieser Regeln besagt, dass ebensolche Großprojekte nur im zentralen Versorgungsbereich angesiedelt werden dürfen. Als dieser ist das Zentrum Alte Molkerei an der Weserstraße mit dem Edeka Wigger und kleineren Einzelhandels- und Dienstleistungsbetrieben ausgewiesen. Der tatsächliche Berner Ortskern und das Gebiet an der Weserstraße, auf dem der neue Netto-Markt gebaut werden soll, sind als Entwicklungsbereiche ausgewiesen. Sollen Einzelhandelsgroßprojekte im Entwicklungsbereich entstehen, muss ein Einzelhandelskonzept aufgestellt werden.
Fläche prädestiniert
Dieses Konzept stellte nun Andreas Weidmann vor, der der Gemeinde bescheinigte, dass zum einen im aktuellen Einzelhandelszentrum wie auch im tatsächlichen Berner Ortskern kein Platz für die Ansiedlung eines solchen Marktes sei, zum anderen die fragliche Fläche an der Weserstraße prädestiniert zur Realisierung eines großflächigen Lebensmittelmarktes sei. Der Bereich schmiege sich unmittelbar an den zentralen Versorgungsbereich – den bereits vorhandenen Edeka-Markt – an, argumentierte der Experte.
Auch die Neubaugebiete befinden sich in unmittelbarer Nähe. In dem Konzept schlug die BBE Handelsberatung deshalb vor, den zentralen Versorgungsbereich auf das Gebiet an der Weserstraße auszuweiten. Mit dem Beschluss des Konzeptes wäre eine Ansiedlung weiterer Betriebe, wie beispielsweise einem Drogeriemarkt, möglich. In der Abstimmung sprachen sich die Ausschussmitglieder dann auch einstimmig dafür aus, das Einzelhandelskonzept für die Gemeinde Berne zu beschließen und den bisherigen Entwicklungsbereich an der Weserstraße als Einzelhandelsortskern zu definieren und ihm die Funktion des zentralen Versorgungsbereiches zuzuweisen.
