Elsfleth - Die Trainerin lacht laut, als sie die herausragende Eigenschaft ihres Teams nennen soll. Aber Marieke Schnare antwortet anschließend mit der Geschwindigkeit eines Volleyschusses von Fußball-Nationalspielerin Lea Schüller. „Sie kämpfen immer zusammen“, sagt sie über die C-Juniorinnen des TuS Elsfleth. „Und das macht mich richtig stolz.“
Die jungen Elsfletherinnen haben die Qualifikationsrunde in der Kreisliga als Meisterinnen abgeschlossen. Acht Siege aus acht Spielen und 41:9 Tore lassen keine Fragen offen. Der Erfolg hat eine Basis. „Unsere Spielerinnen sind immer super engagiert – im Training und Spiel“, sagt Marieke Schnare.
Die Trainerinnen
Wenn sie von „uns“ spricht, meint sie sich und ihre Mutter Claudia. Die beiden sind das Trainerteam der jungen Elsfletherinnen. Claudia Schnare sagt, dass sie schon „seit etlichen Jahren“ Mädchen im TuS Elsfleth trainiere. Seit zwei Jahren leitet sie die Übungseinheiten Hand in Hand mit ihrer Tochter Marieke. Es sei wichtig, junge Menschen mit an Bord zu holen, sagt Claudia Schnare. Sie hätten wegen des geringeren Altersabstands ein noch besseres Verständnis für die Kinder und Jugendlichen. Auch die Demonstration der Übungen sei für ihre 22-jährige Tochter einfacher, zumal Marieke selbst beim SV Brake spiele.
Der große Teil des Teams kicke schon seit der F-Jugend zusammen, sagt Claudia Schnare. Zuletzt seien jüngere Spielerinnen neu dazugekommen. „Wir haben deshalb ein sehr gemischtes Team“, sagt Claudia Schnare. In diesem Punkt zahlt es sich aus, dass sich zwei Trainerinnen die Entwicklung der Mannschaft vorantreiben. Claudia Schnare kümmert sich um das Organisatorische und konzentriert sich im Training etwas mehr auf die Arbeit mit den jüngeren Mädchen. Marieke Schnare legt den Fokus ein wenig mehr auf die etwas älteren Spielerinnen.
Das Training
Die Trainerinnen passen die Übungen an das Alter und das Können ihrer Spielerinnen an. Bei den Jüngeren stehen der Spaß und das spielerische Lernen im Mittelpunkt, bei den Älteren rücken auf der Prioritätenliste schon mal das Taktiktraining und das Konditionstraining nach oben. Marieke Schnare betont indes, dass die Freude am Spiel immer an erster Stelle stehe.
Die Entwicklung
Offensichtlich trägt diese Herangehensweise Früchte. Jedenfalls haben die Trainerinnen festgestellt, dass das Zusammenspiel ihrer Schützlinge viel besser geworden sei. „Sie schlagen die Bälle längst nicht mehr einfach nur hinten raus. Sie spielen auch schon schön über die Außen. Das sieht gut aus“, sagt Marieke Schnare. Außerdem seien die Spielerinnen inzwischen selbstständig geworden, sagt ihre Mutter. „Wir müssen am Spielfeldrand längst nicht mehr so viel korrigieren.“ Marieke Schnare lobt zudem das Spielverständnis. Besprochenes werde umgesetzt. Selbstverständlich gibt es noch einiges zu verbessern: Hier und da seien die Spielerinnen ein wenig eigensinnig, meint Claudia Schnare. Aber das sei ganz normal, findet Marieke Schnarel „Doch manchmal ist es klüger, früher zu spielen.“
Das Problem
Das ist nur ein kleine Problem. Ein etwas größeres ist die Position der Torhüterin: Dem Team fehlt eine feste Torfrau. Auf dieser Position wird in schöner Regelmäßigkeit gewechselt. In den wichtigen Spielen in dieser Saison stand trotzdem ein starker Rückhalt im Tor: Martha Trebin. Sie sei die Torhüterin der Elsflether D-Jungen und in dieser Mannschaft auch fest verwurzelt, sagt Claudia Schnare. „Aber wir freuen uns immer riesig, wenn sie uns hilft.“
Die Zukunft
Zusammen haben die Elsfletherinnen ihr erstes Ziel erreicht: Platz eins in der Qualifikationsrunde. Im Frühjahr gibt es neue Staffeln. Die Teams werden nach ihrer Leistungsstärke eingeteilt. „Dann wollen wir wieder oben angreifen“, sagt Marieke Schnare. Sie traut ihrem Team auch den Sprung auf die Bezirksebene zu. „Aber dann müssten auch alle Spielerinnen dabeibleiben“, sagt sie. Ihre Stimme klingt zuversichtlich.
