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Milchlandpreis für Elsfleth Fünfhausen im Olga-Goldrausch

Leon Werth
Große Freude auf dem Hof: Lisa-Marie Wiechmann, Sarina Sager,  Klaudia und Torsten Büsing (v. l.) mit Hofhund Kira.

Große Freude auf dem Hof: Lisa-Marie Wiechmann, Sarina Sager, Klaudia und Torsten Büsing (v. l.) mit Hofhund Kira.

Elsfleth - Eine Drohne erfasst Hofstätte und Ländereien des 108 Hektar großen Betriebs in bewegten Bildern: Das Vorstellungsvideo der Familie Büsing aus Fünfhausen bei Elsfleth flimmert bei der Preisverleihung der „Goldenen Olga“ in Bad Zwischenahn über die Leinwand.

Denn nicht nur der hohe Norden, auch die südliche Wesermarsch hat stolze Milchbauern: Torsten und Klaudia sowie Bärbel und Gerold Büsing haben den fünften Platz beim diesjährigen Milchlandpreis errungen und 500 Euro „Futtergeld“ erhalten.

4. Generation

Schon in der vierten Generation führt Torsten Büsing den Betrieb in Zusammenarbeit mit seinem Vater Gerold und bewirtschaftet 83 Hektar Grünland und 25 Hektar Mais-Anbaufläche. Für frische Weidemilch stehen 150 Kühe an mindestens 120 Tagen im Jahr für acht Stunden auf dem Grünen.

Jede von ihnen gibt über 10 000 Liter Milch pro Jahr. Dazu kommen 130 Hühner, die für den neuen Hofladen frische Eier liefern. Ein Auszubildender, Landwirtin Sarina Sager und Praktikantin Lisa-Marie Wiechmann, die ihr Fachabitur Agrarwirtschaft macht, ergänzen das Hofteam.

Alljährlich können sich landwirtschaftliche Betriebe mit einer Selbsteinschätzung ihres Hofes für die „Goldene Olga“ bewerben. Die 20 besten Höfe besucht eine Kommission, die sich Betrieb und Buchführung anschaut und sie nach einer Vielzahl von Kriterien überprüft. Die Betriebsergebnisse sind nur ein Punkt auf einer langen Liste und nicht allein entscheidend, meint Torsten Büsing.


Vor allem die Milcherträge und ihre Qualität, aber auch Betriebsabläufe, die Unternehmens- und Arbeitsstrategie, der Besuch von Fortbildungsmaßnahmen und die Verbesserung des Energieverbrauchs fließen in die Bewertung ein.

Auch für ehrenamtliche Tätigkeiten gibt es Punkte: Torsten Büsing ist beispielsweise bei der Freiwilligen Feuerwehr und beim Landvolk, Klaudia bei den Landfrauen und in der Elternvertretung der Schule ihrer Kinder.

Hofladen

Im Herbst 2020 hat Familie Büsing die Idee eines Hofladens umgesetzt, der trotz Corona-Pandemie sofort gut besucht wurde: Kartoffeln und Eier stehen in einem Vorraum zur Selbstbedienung bereit. Regionales Fleisch, hausgemachte Marmelade, Kuchen und Brot können in einem hübsch eingerichteten kleinen Raum erworben werden.

Herzstück des Sortiments ist aber der Käse aus „Büsings Weidemilch“, von dem die Familie inzwischen fünf Sorten vertreibt. Von Bockshornklee bis Basilikum variieren die Kräuter je nach Saison, verrät Sarina Sager. Mit dem Verkauf von Präsentkörben sei der Dezember der „Hauptmonat“ des Ladens, sagt Torsten Büsing.

130 Hühner reichen noch längst nicht, um den lokalen Bedarf an frischen Eiern zu stillen, meint er. Trotz der hohen Nachfrage bediene die Familie eine Nische, denn der Vertrieb regionaler Produkte in der Wesermarsch sei – abgesehen von der Belieferung der Molkerei Ammerland – noch nicht allzu weit vorangeschritten. Für die Käseproduktion werde die Milch von nur zwei Kühen benötigt.

Neue Ziele

Auf jeden Fall möchte sich Familie Büsing in ein paar Jahren noch einmal um die „goldene Olga“ bewerben, allein um zu schauen, wo man stehe. Der fünfte Platz sei natürlich ein Ansporn, sich neue Ziele zu setzen, sagt Büsing. Eine Bewerbung sei aber auch mit zusätzlicher Arbeit verbunden: Allein für das zweiminütige Vorstellungsvideo habe man zwei Stunden lang gefilmt. Doch der Spaß dabei überwiege, meint er, gerade bei solch einem Ergebnis.

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