Elsfleth - Bereits 460 v. Chr. empfahlen griechische Ärzte, darunter auch Hippokrates von Kos, das Boule-Spiel zur Förderung der Gesundheit. Die italienische Form „Boccia“ war Konrad Adenauers Urlaubssport in Cadenabbia. Allerdings gab es im 17. Jahrhundert auch Zeiten, in denen das Boule-Spiel wegen „Verführung zu lasterhaften Ausschreitungen“ von der Obrigkeit verboten worden war.
Totzukriegen war diese Sportart, die für jedes Alter geeignet ist, jedoch nicht – und das ist jetzt für die Menschen in der Wesermarsch auch gut so. Am neuen Boule-Platz an der Gorch-Fock-Straße in Elsfleth hat der gesellige Sport bereits Anhänger gefunden – man trifft sich in lockeren Gruppen nach Feierabend oder am Wochenende.
Der Gruppe, die am vergangenen Sonntagmorgen die Kugeln warf, stattete Bürgermeisterin Brigitte Fuchs einen Besuch ab und auch sie versuchte ihre „Boule“ möglichst nahe an das Zielschweinchen zu werfen. Der Boule-Platz in Elsfleth ist Teil eines kreisweiten Projektes.
Bereits im April 2018 hatte Ratsherr Heinz Doormann bei der Stadt Elsfleth einen Antrag auf Errichtung eines Boule-Platzes gestellt. Nach der Antragsstellung der Wesermarsch-Kommunen wurde die Zusage erteilt und es konnten in allen Wesermarsch-Kommunen Boule-Plätze angelegt werden.
Die gesamten Planungskosten für alle Plätze in der Wesermarsch lagen bei 151.000 Euro. Nach der Baugenehmigung startete der Bau in Elsfleth im Frühjahr 2021, die Fertigstellung und Abnahme erfolgte im Mai 2021. Um das Spielfeld herum wurden Bänke und Tische installiert, auf einer Info-Tafel finden „Neulinge“ die Spielregeln. Demnächst soll noch eine Straßenlaterne aufgestellt werden.
Leider haben die Boule-Gruppen auch die Erfahrung gemacht, dass der Platz häufig von Zeitgenossen besucht wird, die mit dem Spiel nichts am Hut haben. „Wir müssen bei unseren Treffen viel Müll entsorgen und Fußabdrücke von Tischen und Bänken wegputzen“, hieß es.
