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Sanierungspläne für Fußgängerzone Verhindern Anlieger die Aufhübschung der Elsflether Innenstadt?

Die Steinstraße soll saniert und damit aufgewertet werden. Doch die vorgestellten Entwürfe stoßen bei einigen Anliegern nicht auf Zustimmung.

Die Steinstraße soll saniert und damit aufgewertet werden. Doch die vorgestellten Entwürfe stoßen bei einigen Anliegern nicht auf Zustimmung.

Elsfleth - Eigentlich war alles angerichtet für einen zielführenden Austausch mit den Bürgerinnen und Bürgern. Die Verwaltung der Stadt Elsfleth hatte die Tische in der Stadthalle für die Ratssitzung weihnachtlich dekoriert, auch auf den Plätzen der Zuschauer lagen Teller mit Spekulatius und Keksen. Das Problem allerdings: Der Großteil der reservierten Stühle blieb an diesem Abend verwaist.

Dabei hätte Bürgermeisterin Brigitte Fuchs den Anliegern der Steinstraße gerne noch einmal die Pläne zur Sanierung der Fußgängerzone dargelegt und deren Befürchtungen entkräftet. Dass die Plätze leer blieben, lag wohl auch daran, dass Anlieger teilweise gar nicht von der Möglichkeit des Austauschs wussten. Einige wandten sich zudem an unsere Redaktion und berichteten von einer zurückliegenden Einladung an die Stadtverwaltung zu Gesprächen, auf die diese nicht eingegangen sei.

Die Fronten scheinen verhärtet. Das ist für die Stadt ungünstig, denn sie wartet noch immer auf Bauerlaubnisverträge vieler Anlieger, die zur Verwirklichung der Sanierungspläne benötigt werden.

Wenig Verträge

Von den insgesamt 33 verschickten Verträgen sind bei der Verwaltung allerdings erst elf eingegangen – die eigentliche Frist endet bereits in dieser Woche. Martin Kopka vom Fachdienst Planen, Bauen, Verkehr und Umwelt kündigte allerdings an, dass zu Beginn des neuen Jahres noch einmal eine Erinnerung verschickt und natürlich auch die Bürgermeisterin das Gespräch mit den Anliegern suchen werde.

„Es wäre sehr schade, wenn wir das nicht hinbekommen würden. Die Sanierung wäre eine tolle Sache für unsere Innenstadt“, sagte Fuchs während ihres Berichts zum Thema. Dabei bekräftigte sie noch einmal ihre Bitte um Rücksendung der Bauerlaubnisverträge.


Eine Sanierung der Fußgängerzone, erklärte Fuchs, werde definitiv erfolgen, da das Gebiet Teil des Generalentwässerungsplanes vom Oldenburgisch-Ostfriesischen Wasserverband (OOWV) ist. Ohne Bauerlaubnis der Anlieger werde die Straße nach den Arbeiten des OOWV aber „nur wieder so hergerichtet, wie sie jetzt ist, und nicht schön gemacht“.

Keine Autobahn

Die Stadt erhofft sich durch eine Sanierung nach ihren Plänen eine Aufwertung der Fußgängerzone und eine steigende Attraktivität. Mehr Grün soll es unter anderem geben sowie Entwässerungsrinnen. Durch die dadurch entstehende Aufteilung der Straße befürchten Anlieger zwar, dass sich eine „Fahrrad-Autobahn“ entwickeln könnte. Die Fußgängerzone soll schließlich auch für Radfahrer freigegeben werden.

Diese Angst kann ihnen Fuchs jedoch nehmen. „Sollten sich tatsächlich alle Befürchtungen bewahrheiten, nehmen wir das Schild, das den Radverkehr erlaubt, einfach wieder ab“, kündigte sie an: „Die Steinstraße wird keine Autobahn für Radfahrer!“

Die Verwaltung hofft jedenfalls, dass zu Beginn des neuen Jahres ausreichend viele Bauerlaubnisverträge der Anlieger eingehen werden und dann auch zeitnah die Ausschreibung erfolgen kann. Bei vereinzelten Ausnahmen könnten die betroffenen Grundstücke von einer Sanierung ausgenommen werden. Es mache aber keinen Sinn, betonte Fuchs, wenn sich zu viele Anlieger der Maßnahme verwehren.

Nicolas Reimer
Nicolas Reimer Thementeam Polizei/Justiz
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