Elsfleth - Nach 38 Jahren als Amtsleiter im Dienste der Stadt Elsfleth verabschiedete Bürgermeisterin Brigitte Fuchs in der jüngsten Ratssitzung offiziell ihren Allgemeinen Vertreter und Leiter des Fachdienstes Zentrale Dienste, Wolfgang Böner, in die passive Phase der Altersteilzeit. In seiner Dienstzeit für die Stadt Elsfleth hatte Wolfgang Böner viele Aufgaben übernommen. Bürgermeisterin Brigitte Fuchs fasste diese kurz zusammen. 1985 wurde er Leiter des Sozialamtes – mit knapp 24 Jahren und kaum Berufserfahrung, wie er in der Sitzung selbst sagte. 1995 übernahm er die Leitung des Ordnungsamtes und fungierte gleichzeitig als Standesbeamter. 2006 wechselte er noch einmal sein Tätigkeitsfeld und übernahm die Leitung des Fachdienstes 3, Ordnung, Jugend und Soziales. Zwei Jahre lang war er als ehrenamtlicher Geschäftsführer der Elsflether Tourismus- und Wirtschaftsförderungs- GmbH tätig. Anschließend wurde er Fachdienstleiter im Fachdienst 1, Zentrale Dienste. Seitdem fungierte er auch als Allgemeiner Vertreter der Bürgermeisterin.
Altersteilzeit
„Ab jetzt gehst Du in Altersteilzeit auf Deinen eigenen Wunsch. Ich möchte Dir im Namen von Rat und Verwaltung der Stadt Elsfleth für die gute Zusammenarbeit, Deine kompetente Arbeit und Deine Zuverlässigkeit danken“, sagte Brigitte Fuchs.
Dass er einmal selbst ein Punkt auf der Tagesordnung einer Ratssitzung sein werde, hätte er auch nicht gedacht, scherzte Wolfgang Böner. Er ließ in einer kurzen Rede noch einmal einige besondere Ereignisse seiner Dienstzeit Revue passieren. In seiner Zeit als Leiter des Sozialamtes sei es ihm sogar gelungen, die ein- oder andere Arbeitsstelle zu vermitteln, freute er sich. Auch damals gehörte die Einrichtung von Wohnungen für Flüchtlinge zu seinen Aufgaben. So sei er regelmäßiger Gast in der Kleiderkammer gewesen, um dort unter anderem Gardinen für die Wohnungen zu besorgen. Die Mitarbeiterinnen dort hätten sich schon ein wenig gewundert, was der junge Mann mit so vielen Gardinen wollte und warum er immer wieder kam, erzählte Wolfgang Böner schmunzelnd.
Computer-Virus
Auch an seine erste Kommunalwahl für den ersten hauptamtlichen Bürgermeister der Stadt Elsfleth konnte er sich noch erinnern. Er habe die Wahlzettel damals per Hand auszählen müssen, weil das Computerprogramm von einem Virus betroffen war. „Ich durfte zahlreiche Hafenfeste und Stadtfeste organisieren und auch den Hochzeitsmarathon am 9.9.1999 habe ich mitgemacht – ausgerechnet an meinem Geburtstag“, verriet Wolfgang Böner.
Er habe viele junge Leute ausbilden dürfen und als Schiedsmann erlebt, worüber sich Menschen alles streiten können, zählte er mit einem Augenzwinkern auf. Doch es sei ihm auch oft gelungen, diese Streitigkeiten zu schlichten, freute er sich. Er hatte einen Bildband über Elsfleth erstellt und in der Corona-Zeit gelernt, was man alles regeln könne, schmunzelte er. Auch die Vorteile von Video-Konferenzen habe er schnell erkannt, nämlich dass man sich per Tastendruck kurz ausschalten könne, erzählte er.
So vielfältig waren seine Aufgaben – „dabei wollte ich nach dem Abi eigentlich Grundschullehrer werden“, sagte Wolfgang Böner. Doch damals habe es eine Lehrerschwemme gegeben und so habe er sich für die „sichere“ Verwaltungslaufbahn entschieden. Nach 38 Jahren im Beruf könne er nun sagen „manchmal ist es genau richtig, sich anders zu entscheiden!“
