Navigation überspringen
nordwest-zeitung
Abo-Angebote ePaper Newsletter App Prospekte Jobs Immo Trauer Shop

Lichterkette in Lemwerder Leuchtendes Zeichen für Erhalt der Eschhofschule

Gabriele Bode
Mit Lichtern und Plakaten machten die Lemwerderanerinnen und Lemwerderaner ihrem Unmut über eine mögliche Zusammenlegung der Oberschulen Berne und Lemwerder Luft.

Mit Lichtern und Plakaten machten die Lemwerderanerinnen und Lemwerderaner ihrem Unmut über eine mögliche Zusammenlegung der Oberschulen Berne und Lemwerder Luft.

Gabriele Bode

Lemwerder - „Wir wollen doch alle nur das Beste für unsere Kinder und für Lemwerder. Was wird daraus ohne die Basis Schule?“, fragten Elternsprecherin Tatjana Winterboer und Ute Volbers in Lemwerder. Um ein Zeichen zu setzten und um zu zeigen, dass noch immer um den Erhalt der Eschhofschule gekämpft wird, hatten sie nach Absprache mit dem Landkreis eine Lichterkette organisiert. Bürger aller Altersgruppen hatten sich in Höhe des Rathauses auf beiden Seiten der Stedinger Straße aufgestellt.

Unmut zeigen

Mit Lichterketten, Laternen, Windlichtern, Plakaten und vor allem mit Abstand und Masken machten sie ihrem Unmut über eine mögliche Zusammenlegung ihrer Oberschule mit der in der Nachbargemeinde Berne Luft. Ohne die derzeitigen Corona-Fälle im Ort wären es bestimmt noch mehr Teilnehmer gewesen, war sich Tatjana Winterboer sicher. Letztendlich sei jedoch das Anwahlverhalten der Eltern, die ihre Kinder überwiegend zum Gymnasium schicken, ein Grund für die aktuelle Lage. Dabei habe die Eschhofschule mit ihrer guten Ausstattung und der engen, technisch orientierten Zusammenarbeit mit den örtlichen Betrieben den Kindern viel zu bieten.

In Berne liege der Schwerpunkt eher im Sozialen, sagt Günter Naujoks, der fürchtet, dass das Technische bei einer Zusammenlegung wegbrechen würde. Mit CDU-Ratsherr Wolf Rosenhagen und Grünen-Ratsfrau Antje Warnken reihte sich der ehemalige SPD-Ratsherr in die Menschenkette ein. „Das Problem ist, dass Statistiken oft zu kurz gesehen werden. Es müsse angesichts aktuell steigender Kinderzahlen möglich sein, Durststrecken zu überwinden. Es ist aber auch schwierig, an kleinen Schulen allen Kindern gerecht zu werden“, weiß Warnken, die als Delmenhorster Lehrerin die hohen Belastungen kennt, die die Lemwerderaner Kollegen zu bewältigen haben.

Rosenhagen mahnte, dass sich die Landesschulbehörde aus ihrer Komfortzone heraus bewegen und kleine Schulen besser bei der Ausstattung mit Lehrern berücksichtigen müsse. Die Situation sei wirklich keine einfache, sagt Karin Logemann, die als SPD Landtagsmitglied die Diskussion mit in den politischen Raum Hannover genommen hatte. Sie verweist auf die große Herausforderung der Verwaltung von kleinen Schulen. Den Vorschlag, die Fünft- und Sechstklässler weiterhin in Lemwerder zu unterrichten und den Standort als Außenstelle zu betreiben, findet sie interessant, weil so alle Türen offen blieben, wenn die Schülerzahlen wieder nach oben gehen.

WEitere Wege

Für Magnus, Noah, Ben, Mattes und Tim ist das keine Option. Die Achtklässler demonstrierten mit einem Banner für den Erhalt ihrer Schule. Ein Schulwechsel so kurz vor dem Abschluss bedeutet für die Jungen neben früherem Aufstehen, größeren Klassen, neuen Lehrern und Mitschülern auch durch die weiteren Wege den Verzicht auf den Vereinssport am Nachmittag. Den sehen auch andere Eltern in Gefahr. Besonders hart wäre es für Tim, erklärten seine Eltern. Nach einem Artikel in der Zeitung hatte die in Bremen-Nord lebende Familie ihren Sohn in der Eschhofschule angemeldet. Seit rund zwei Jahren fährt der Achtklässler seitdem jeden Tag mit dem Rad über die Fähre und fühlt sich sehr wohl in Lemwerder. Der Besuch der neunten Klasse in Berne wäre für ihn jedoch nicht zu bewältigen.


Durch die verstärkte Anwahl des Gymnasiums sinke dort das Niveau, war ein weiteres Argument. Eine Oberschule mit gymnasialem Zweig, den Austausch von Lehrern oder gemeinsame Nachmittagsangebote mit dem benachbarten Gymnasium würden die Eltern hingegen als Kompromiss begrüßen.

Themen
Artikelempfehlungen der Redaktion
„Sylt oben links nicht rechts“, steht auf einem Plakat, das eine Frau bei einer Mahnwache am Sonntag auf Sylt in der Hand hält. In Niedersachsen sind dem LKA 28 Fälle von Umdichtungen bekannt.

RECHTSEXTREME GESÄNGE ZU PARTY-HIT Auf Grölen von Parolen können Freiheitsstrafen folgen

Stefan Idel Büro Hannover
Hannover
Ein Stein vom Herzen gefallen: Kickers-Vorsitzender Hendrik Poppinga und Schatzmeisterin Ute Specht haben für den Verein zig Stunden mit Bilanzen und Paragrafen verbracht.

KICKERS-EMDEN-GMBH „Wir sind nicht das Man City von Emden“ – So geht es jetzt weiter beim Regionalligisten

Lars Möller
Emden
Kommentar
Der ehemalige US-Präsident Donald Trump verlässt den Gerichtsaal des Strafgerichts in Manhattan

URTEIL GEGEN DONALD TRUMP Ein vorbestrafter Präsident?

Fridemann Diederichs Büro Berlin
Die Unfallstelle: Am Bahnübergang Liethe erinnerten ein Holzkreuz und Grablichter an das tragische Unglück, bei dem ein 52-jähriger Rasteder ums Leben kam.

NACH TÖDLICHEM BAHNUNFALL IN RASTEDE Anklage erhoben gegen Bahnsicherungsposten

Frank Jacob
Rastede
Klaus-Peter Wolf

KOLUMNE Romanfigur Rupert rettet Leben

Klaus-Peter Wolf
Ostfriesland