Brake - Familie Jaschinski trauert um ihren Jack-Russell-Terrier „Peggy“. Der eineinhalb Jahre alte Hund ist von einer Dogge totgebissen worden. Ein Bild von „Peggy“ erinnert Sven (34) und Sonja Jaschinski (40) sowie Tochter Amy (8) an ihren Vierbeiner.
„Peggy“ lebt nicht mehr. Bei der tödlichen Attacke stand Sven Jaschinski auf seinem Grundstück, als plötzlich die nichtangeleinte Dogge seines Nachbarn auf ihn zustürmte, wie er sich erinnert. „Peggy“, die sich zu diesem Zeitpunkt auf der Terrasse befand, rannte los. Doch die Dogge war schneller, schnappte zu und schüttelte „Peggy“, so Sven Jaschinski. Selbst als „Peggy“ ergebend auf den Boden lag, hätte die Dogge weitergemacht. Sven Jaschinski versuchte, den Angriff zu stoppen und zerrte die Dogge schließlich vom Jack Russell weg. Zwei Tage später erlag „Peggy“ ihren Verletzungen.
Die Jaschinskis nahmen nach dem Vorfall sofort Kontakt mit dem Braker Ordnungsamt auf. Leiter Axel Grunwald teilte nun auf Nachfrage der NWZ mit, dass die Dogge mittlerweile als gefährlich eingestuft wurde.
Bereits im vergangenen Jahr fielen die Dogge und eine weitere Dogge, beide vom selben Besitzer, negativ auf. Damals war ein Labradormischling das Opfer. Dieser kam mit einer klaffenden Bisswunde davon. Auch andere Nachbarn beschwerten sich über die Hunde.
Auf Anfrage der NWZ sagte Matthias Sturm, Pressesprecher des Landkreises Wesermarsch, dass die vorgenommene Überprüfung der Dogge zum damaligen Zeitpunkt keine gesteigerte Aggressivität ergeben hätte. Das Tier sei daraufhin nicht als gefährlich eingestuft worden.
Für Sonja Jaschinski ist es verwunderlich, dass der angreifende Hund auf die Signale der Ergebung des Jack Russells nicht reagierte. Sie war mit „Peggy“ zum Hundetraining gegangen, um im Mai den Hundeführerschein zu erhalten. Andrea Junge vom Berufsverband der Hundeerzieher (BHV) war unter anderem für das Training von „Peggy“ zuständig. Sie und der BHV stellen jetzt die Vorgaben des Hundeführerscheins infrage. Da sich der Doggen-Besitzer den Hund vor dem Jahr 2012 angeschafft habe, gehöre er zu den sogenannten Altbesitzern. Somit erfülle er laut Gesetz die Sachkunde für das Halten eines Hundes, wie Matthias Sturm nach Rücksprache mit dem Fachamt erklärte. Die Jaschinskis und Andrea Junge stellen sich, angesichts der Ereignisse, bei diesem Gesetz nun die Frage: „Wo ist da der Sinn?“
Der Besitzer der Dogge konnte zu dem Vorfall nicht befragt werden, er soll mit seinen Tieren verreist sein.
