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Tourismus in Butjadingen Kutterhafen soll ganzjährig erlebbar und (fast) autofrei werden

Detlef Glückselig
Der Fedderwardersieler Hafen soll ein Arbeitshafen bleiben – aber einer, der ganzjährig erlebbar und für Gäste noch attraktiver ist.

Der Fedderwardersieler Hafen soll ein Arbeitshafen bleiben – aber einer, der ganzjährig erlebbar und für Gäste noch attraktiver ist.

Fedderwardersiel - Die Sache hätte eigentlich schon weiter gediehen sein sollen, aber Corona hat Zeit gekostet. Die holen die Beteiligten nun wieder rein, indem sie die Schlagzahl erhöhen. Im Rathaussaal in Burhave fand innerhalb von kurzer Zweit der zweite Workshop statt, bei dem es um die Zukunft des Fedderwardersieler Hafens ging. Ende des Jahres soll ein fertiges Konzept für die Neugestaltung vorliegen. 2022 sollen die ersten konkreten Maßnahmen umgesetzt werden.

Der beschauliche Kutterhafen, der mitunter so beschaulich eben gar nicht ist, gehört zu Butjadingens wichtigsten touristischen Anziehungspunkten. Die angestrebte Weiterentwicklung, die den Hafen noch attraktiver für Gäste machen soll, hat bei Tourismus-Service Butjadingen eine entsprechend hohe Priorität.

Ideen konkretisiert

Die TSB hat zwei Fachbüros damit beauftragt, den Prozess zu begleiten. Es sind die auf Landschaftsarchitektur, Stadtplanung und Mediation spezialisierte SWUP GmbH mit Sitz in Quickborn und Berlin sowie die in Köln und Potsdam ansässige ift Freizeit- und Tourismusberatung GmbH. Die Zeit des Lockdowns, in der Präsenztreffen nicht möglich waren, hat die SWUP genutzt, um mit mehr als 50 Akteuren Interviews zu führen. Die Ergebnisse bildeten die Basis für eine erste Ideensammlung, die im Juni bei Workshop Nummer 1 im Mittelpunkt gestanden hatte. Beim zweiten Workshop wurden diese Ideen nun konkretisiert. Eine dritte Zusammenkunft soll es im September geben. Dieses Treffen wird bereits dazu dienen, alle Ideen in ein Gesamtkonzept zu gießen, das dann bis zum Jahresende vorliegen soll.

Deichband, Entwässerungsverband, die landeseigene Hafengesellschaft N-Ports, Fischer, Gastronomen und andere Hafennutzer sowie Anlieger: Die Mischung der Akteure, die bei den Workshops am Tisch sitzen, ist bunt, und es sind nicht zwangsläufig alle Interessen deckungsgleich. Dennoch haben sich laut TSB-Geschäftsführer Robert Kowitz bereits einige gemeinsame Ziele herauskristallisiert. Ein wichtiges Thema ist dabei die Verkehrslenkung.

Ordnung statt Wildwuchs

Autos sollen aus dem Hafen weitgehend verbannt werden. Wo jetzt auf der Ostseite noch Stellplätze sind, sollen eines Tages Gäste mit einem Kaffee oder einem Bier auf Plateaus sitzen und den Blick über den Hafen schweifen lassen können. Auf der Westseite sollen nur noch die Autos derer stehen dürfen, die dort „dienstlich“ etwas zu suchen haben – etwa die Kutterfischer oder die Mitarbeiter der Baufirma Haye. Statt dass andere Autos kreuz und quer parken, könnten auf der Westseite mobile Hütten einen festen Platz finden, die Kunsthandwerker und andere Anbieter nutzen, um ihre Produkte zu verkaufen. Der bisherige „Wildwuchs“ soll einer klaren Ordnung weichen.


Wichtig ist der TSB auch, mit dem Konzept für den Hafen ein Signal zu setzen: zum Beispiel an das Fischverarbeitungs- und Vermarktungsunternehmen Kutterfisch, das immer den Plan verfolgt, das alte Genossenschaftsgebäude in einen gastronomischen Betrieb zu verwandeln; oder auch an einen Eigentümer wie Uwe Kähler, der durch ein attraktiveres Umfeld bessere Möglichkeiten haben wird, sein Restaurant „Nordseeblick“ wieder mit Leben zu füllen – Planungssicherheit inklusive. Ein wichtiger Adressat ist zudem das durch N-Ports vertretene Land Niedersachsen. Von dem erhofft sich Butjadingen, dass es auch in den nächsten 50 Jahren für eine schlickfreie Hafenzufahrt sorgt. Denn: Ein Kutterhafen ohne ein- und auslaufende Kutter ist schließlich höchstens die halbe Miete.

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