Oldenbrok - Die Gemeinde Ovelgönne hatte sich in diesem Jahr für die Sommerferien etwas ganz Besonderes einfallen lassen. Unter dem Motto „Reise um die Welt“ sollten die Kinder vom 1. bis zum 19. August viele unterschiedliche Länder kennenlernen. Und ja, das gemeinsame Angebot vom Familien- und Kinderservicebüro und der Kirchengemeinde „Vier Kirchen Ovelgönne“ kam gut an: Knapp 30 Kinder entdeckten im Feriencamp auf dem Pfarrgelände der Kirchengemeinde in Oldenbrok, wie andere Kinder in anderen Ländern leben.
Grenzen überwinden
„In Europa ist Krieg, im Netz findet Hetze gegen Menschen anderer Kulturen statt“, sagt Caroline Ludewig, „wir wollten mit der Reise um die Welt dazu beitragen, Ängste und Vorurteile abzubauen“. Hierfür hatte sich die angehende Sozialassistentin und Leiterin des Camps, Finnja Lindloff, einen Kinderreisepass ausgedacht. „Jeden Tag lernten die Kinder ein neues Land kennen und konnten das in ihrem Pass abstempeln.“Die pädagogische Fachkraft wurde von fünf jugendlichen Helfern, den sogenannten Teamern, unterstützt. Mit dabei waren Dayra Kolvenbach, Louisa Mayer, Alexander Mohr, Telka Poppe und Marianne Warns. Sie frühstückten gemeinsam, spielten, bastelten und unternahmen noch andere Dinge während der drei Wochen mit den Kindern.
15 ukrainische Kinder
Die Gemeinde Ovelgönne hatte 2008 als erste Kommune im Landkreis Wesermarsch eine Ferienbetreuung für Schulkinder eingerichtet. In diesem Jahr wurde die Ferienbetreuung neben den berufstätigen Eltern auch von den geflüchteten Familien aus der Ukraine in Anspruch genommen.
Der Verein „von Mensch zu Mensch“ hat den den Eigenanteil von 45 Euro pro Woche/Kind für alle Kinder, die aus der Ukraine in die Gemeinde Ovelgönne fliehen mussten, übernommen. Somit hatten 15 ukrainische Kinder die Möglichkeit, an dem fröhlichen Treiben auf dem Pfarrgelände der Kirchengemeinde Oldenbrok teilzunehmen. Hergen Koopmann, Geschäftsführer des Vereins, war froh, „Teil dieses tollen Projektes zu sein“.
Die Kreismedienstelle stellte 20 IPads zur Verfügung. „Mit den installierten Apps konnten die ukrainischen Kinder und Jugendlichen auf spielerische Weise Deutsch lernen“, erklärt Finnja Lindloff. „Ziel war es, dass die Kinder auch in den Ferien die deutsche Sprache üben, damit sie nach den Ferien wieder am Unterricht in den Schulen teilnehmen können“, erklärt Ulrike Mayer vom Familien- und Kinderservicebüro weiter.
Freundschaften
„Im Feriencamp konnten die Teilnehmer auch neue Erfahrungen mit anderen Kindern sammeln. Einige von ihnen fingen auch an, neue Freundschaften zu schließen“, sagte Finnja Lindloff. Beispielsweise haben sich der achtjährige Max und der siebenjährige Lukas im Feriencamp kennengelernt. Hier spielten sie gemeinsam Brett- und Kartenspiele oder tobten draußen herum.
Dem siebenjährigen Carlo hingegen hat die Schnitzeljagd am meisten gefallen. „Die Kerzen selber zu basteln, hat aber auch viel Spaß gemacht“, berichtet er. Mia (8), Ruby (7) und Femke (5) erzählen begeistert von ihrem Tipi, das sie mit den anderen Kindern gebaut haben: „Drei Tage haben wir dafür gebraucht. Wir haben viele Stöcke und Federn gesammelt und unsere Springseile dafür benutzt.“
Das selbstgemachte T-Shirt in Batik-Optik und das mitgebrachte Eis vom Bürgermeister war am Ende aber dann doch der klare Favorit bei den Kindern.
Karolina (13), Sonja (15) und Bogdana (13, von links) lernen mit einer App auf dem Tablet die deutsche Sprache.
Kim Kristin Loschen
Die Teilnehmer und Organisatoren vom Feriencamp in Oldenbrok.
Kim Kristin Loschen
Ganze 104 mal kann die siebenjährige Ruby über das Seil springen.
Kim Kristin Loschen
Daniel (8) zeigt seinen Kinderreisepass, in dem schon viele Länder abgestempelt sind.
Kim Kristin Loschen
Carlo (7) erklärt die Regeln des Feriencamps.
Kim Kristin Loschen
Max (8, links) und Lukas (7, rechts) spielen gemeinsam das Beobachtungs- und Reaktionsspiel „Dobble“.
Kim Kristin Loschen
Mia (8, von links), Ruby (7) und Femke (5) haben gemeinsam ein Zelt gebaut.
Kim Kristin Loschen
Emma (11) kann sogar auf einem Bein Seil springen.
Kim Kristin Loschen
