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Feuerwehrtag in Nordenham Brandschützer wünschen sich mehr Wertschätzung

Rolf Bultmann
Landrat Stephan Siefken (2. von links) beförderte Ralf Hoyer (links) vom 1. Hauptbrandmeister in den Dienstgrad des Kreisbrandmeisters. Mit ihm freuen sich Vorgänger Heiko Basshusen (rechts) und der 2. Stellvertretende Kreisbrandmeister Thomas Hülsebusch.

Landrat Stephan Siefken (2. von links) beförderte Ralf Hoyer (links) vom 1. Hauptbrandmeister in den Dienstgrad des Kreisbrandmeisters. Mit ihm freuen sich Vorgänger Heiko Basshusen (rechts) und der 2. Stellvertretende Kreisbrandmeister Thomas Hülsebusch.

Rolf Bultmann

Nordenham - Ein zweites Mal innerhalb von 14 Tagen hat der neue Kreisbrandmeister Ralf Hoyer seinen Vorgänger Heiko Basshusen in einem Amt beerbt. Nordenhams ehemaliger Stadtbrandmeister steht nun auch an der Spitze des Kreisfeuerwehrverbandes Wesermarsch mit seinen 2776 Mitgliedern in 45 Orts- und vier Werkfeuerwehren. Einstimmig „beförderten“ ihn die Delegierten der 69. Verbandsversammlung am Samstagnachmittag in der Stadthalle Friedeburg vom 1. Stellvertreter zum 1. Vorsitzenden.

Führungstrio komplett

Zum neuen 1. stellvertretenden Verbands-Vorsitzenden wählte die Versammlung ebenfalls einstimmig Ovelgönnes Gemeindebrandmeister Torsten Schattschneider. Im Amt des 2. stellvertretenden Vorsitzenden bestätigt wurde der bereits vor zwei Jahren ernannte Jaderberger Ortsbrandmeister Thomas Hülsebusch.

Damit ist die ungeschriebene Ordnung wieder hergestellt, dass der Kreisbrandmeister und seine Stellvertreter auch das Führungstrio im Kreisfeuerwehrverband bilden. Dessen geschäftsführendem Vorstand gehören zudem Geschäftsführer Heinz Bielefeld (Brake) und Kreisjugendfeuerwehrwart Thorben Schöne (Lemwerder) an. In seinem letzten Bericht freute sich Heiko Basshusen darüber, dass die MItgliederzahlen während Corona stabil geblieben sind. Gegenüber 2019 sei die Zahl der Mitglieder sogar gestiegen. Von den 2776 Mitgliedern sind 1803 (davon 250 Frauen) aktive Feuerwehrleute. 378 Mitglieder gehören den Altersabteilungen an. In den Nachwuchsabteilungen sind 353 Jugendliche in den 19 Jugendwehren aktiv, während die bislang zwölf Kinderfeuerwehren über 242 Mädchen und Jungen verfügen.

Leidenschaft benötigt

„Ein Leben ohne Feuerwehr ist kein glückliches Leben“, so Heiko Basshusen, der sich aber auch eine größere Wertschätzung der Freiwilligen Feuerwehren wünscht, um diese noch attraktiver zu machen. Dass die Freiwilligen Feuerwehren zumindest bei Politikern große Wertschätzung genießen, machten diese in ihren Grußworten deutlich. Während seiner noch nicht einmal zweijährigen Amtszeit habe er großen Respekt vor dem Engagement der Feuerwehren gewonnen, gestand Nordenhams Bürgermeister Nils Siemen ein. Viele Bürger wüssten nicht, was es bedeutet, allzeit bereit zu sein und die Freizeit für die Allgemeinheit zu opfern.

Landrat Stephan Siefken dankte den Feuerwehren, dass auf sie stets Verlass ist. Bei seiner Verabschiedung sei Heiko Basshusen Leidenschaft für sein Ehrenamt attestiert und er als Überzeugungstäter tituliert worden. Das gelte für alle Feuerwehrleute. Ohne diese Leidenschaft würden die auch bei den Wehren vielfältiger werdenden Aufgaben nicht zu bewältigen sein.


Ausbildungsstau

Die Angriffe auf kritische Infrastruktur sowie Klimawandel und Pandemien stellten auch die Feuerwehren vor große Herausforderungen, auf die sie durch entsprechende Ausbildung und mit der erforderlichen Ausrüstung vorbereitet sein müssen, stellte SPD-Bundestagsabgeordnete Susanne Mittag fest. Wie sie verurteilte auch SPD-Landtagsmitglied Karin Logemann die zunehmenden Angriffe auf Rettungskräfte und forderte eine schnellere Verurteilung der Täter. Sie sprach sich zudem für eine Stärkung der Landesakademie für Brand- und Katastrophenschutz in Loy sowie für eine Umschichtung von Lehrgängen aus, damit der in der Corona-Pandemie entstandene Ausbildungsstau abgebaut werden kann.

Ursula Schinski, Vorsitzende des Feuerwehrausschusses des Kreistages, hält mit einem Blick in die Zukunft eine Erweiterung der Feuerwehr-Technischen-Zentrale (FTZ) in Brake für irgendwann erforderlich. Auch das werde möglich sein, wenn der Kreistag in Sachen Feuerwehren weiterhin an einem Strang zieht. Auf die große Bedeutung des Verbandes als einziger Interessenvertreter der Freiwilligen Feuerwehren wies Dieter Schnittjer hin. Der Ehrenvorsitzende des Oldenburgischen Feuerwehrverbandes sprach von einer unbezahlbaren Kreativvielfalt in den Ortswehren, auf die auch bei Gesetzgebungsverfahren für den Brand- und Katastrophenschutz nicht verzichtet werden könne.

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