Brake - Hilfe soll künftig auch aus der Luft kommen: Denn Luftaufnahmen bieten Rettungskräften die Möglichkeit, bei unübersichtlichen Einsatzstellen eine umfassende Erkundung vorzunehmen. Aus diesem Grund soll jetzt die Kreisfeuerwehr Wesermarsch eine Drohne bekommen. Die Drohne ist mit einer Wärmebildkamera ausgestattet. Damit lassen sich Brandherde und Glutnester aufspüren. Auch vermisste Personen sind in einem Gelände viel besser zu finden.
Drohnen eröffnen der Feuerwehr neue Perspektiven für ihre Arbeit. Deshalb baut die Kreisfeuerwehr Wesermarsch nun eine Drohnengruppe auf. Der Einsatz von Drohnen sei folgerichtig, sagt dazu Kreisbrandmeister Heiko Basshusen. Oft genug gerieten Feuerwehrleute bei einem Einsatz in eine schwierige Lage. Mit einem fliegenden Auge lässt sich hingegen das Terrain aus einem gebührenden und sicheren Abstand heraus erkunden.
Bis zu 15 Feuerwehrleute
Stationiert ist das Fluggerät bei der Feuerwehrtechnischen Zentrale (FTZ) in Brake. Der Drohnengruppe könnten laut Heiko Basshusen bis zu 15 Feuerwehrleute angehören. Wer eine solche Drohne steuern möchte, benötigt allerdings eine Fernpilotenlizenz. Das Geld für die neue Drohnengruppe der Kreisfeuerwehr sei im Haushalt des Landkreises Wesermarsch eingeplant, merkt der stellvertretende Kreisbrandmeister Ralf Hoyer an. In gut einem halben Jahr, sagen Heiko Basshusen und Ralf Hoyer, soll die Drohnengruppe eingerichtet sein.
Suche auch bei Nacht
Für Ralf Hoyer gibt es viele Einsatzmöglichkeiten für eine Drohne. „Wir haben immer mehr mit Personensuche zu tun“, betont er. So lässt sich das spezielle Fluggerät sowohl bei gutem als auch bei schlechterem Wetter gut bei einer Vermisstensuche nutzen. Bei Tag und auch bei Nacht ermöglicht die Kameratechnik den Einsatzkräften ebenfalls eine effizientere Suche nach Vermissten. Große Flächen sowie unwegsames Gelände können abgesucht werden. Und noch ein Vorteil: Sogar Hilfsmittel könnten zu einem Einsatzort geflogen und abgeworfen werden.
Einsatz bei Flächenbränden
Ein weiteres, immer wichtiger werdendes Thema ist für Ovelgönnes Gemeindebrandmeister Torsten Schattschneider die Vegetationsbrandbekämpfung. Noch nie sei man zu so vielen Flächenbränden in der Gemeinde ausgerückt wie im vergangenen Jahr, merkt er an. Die kleinen Brände seien relativ schnell gelöscht worden. Mit ihren zahlreich abgetorften Flächen sei die Gemeinde jedoch gefährdeter als andere. Mit einer Drohne, ausgerüstet mit einer Wärmebildkamera, ließen sich auch Glutnester im Boden aufspüren.
Vorteile bei der Drohnennutzung sehen die Feuerwehrkräfte, die ein solches Gerät bereits verwenden, vor allem in den viel schnelleren Arbeitsabläufen. Am häufigsten werden Drohnen für die Suche nach vermissten Personen sowie für Erkundungs- und Aufklärungsarbeiten eingesetzt. Vom ersten Lagebild aus der Höhe bis zur Personensuche mit Wärmebildkamera in einer vom Einsturz bedrohten Halle – ein unbemanntes Fluggerät kann die Feuerwehrleute in den verschiedensten Einsatzszenarien sinnvoll unterstützen.
