Brake - Der 28. Oktober war in vielerlei Hinsicht ein herausragender Tag für alle Beteiligten der Initiative „Wesermarsch hilft“. Frühlingshafte Temperaturen, goldener Sonnenschein und die Aussicht auf ein verlängertes Wochenende erheiterten am Freitag die Gemüter – und dann klingelte ja auch noch ordentlich die Kasse. 7500 Euro überreichten Mitglieder vom Lions-Club Brake und vom Lions-Club Mimi Leverkus symbolisch an Landrat Stephan Siefken.
„Sehr, sehr klasse“ lautete dessen Resümee vor dem Empfang des riesigen Schecks. Die Spendensumme entspricht dem gesamten Verkaufsertrag der Patenschaften für das zurückliegende Braker Entenrennen und kommt Projekten zugute, mit denen Organisationen oder Vereine geflüchtete Menschen in der Wesermarsch unterstützen wollen.
Zahlen, Zahlen, Zahlen
Seit dem Beginn der Initiative vor einigen Monaten gingen Dutzende Spenden ein, die alle zusammen exakt eine Summe von 53 130,70 Euro ergeben. Dass davon erst etwas mehr als 18 000 Euro verwendet wurden und noch knapp 35 000 Euro auf der hohen Kante liegen, ist gut und schlecht zugleich.
Gut, da sich die Geflüchteten gewiss noch über einen längeren Zeitraum im Landkreis aufhalten und unzählige Hilfsprojekte hinzukommen dürften. Aber auch schlecht, da sich das dreiköpfige Gremium, das über die Bewilligung der jeweiligen Anträge entscheidet, eigentlich mehr Wunschzettel erhofft hatte.
Dass diese früher oder später hereinflattern werden, ist angesichts der steigenden Zahlen speziell an Geflüchteten aus der Ukraine unstrittig. 1254 Ukrainer leben laut Landkreis aktuell in der Wesermarsch. Gremiumsmitglied Doris Ammermann rechnete zudem vor, dass sich die Anzahl der geflüchteten Menschen in der Wesermarsch seit 2014 in etwa verdoppelt habe.
Weitsicht
Siefken bezeichnete die Hilfe für Geflüchtete daher einmal mehr als Marathon. Es würde ihn somit beunruhigen, wenn die gesamten Spendeneinnahmen der Aktion „Wesermarsch hilft“ bereits verplant oder gar schon verteilt wären. Dass bislang erst 13 Anträge bewilligt wurden, liege demnach auch an der Expertise des Gremiums.
Das Trio weise schließlich immer wieder auf andere Fördertöpfe hin und schone damit die eigenen Reserven. Nur ganz selten, erklärte Ammermann, lehne das Gremium Anträge ab – in einem Fall war dies geschehen, als für eine zweifellos tolle Idee 12 000 Euro erwünscht waren.
Vereine, Verbände und Organisationen können sich direkt an Doris Ammermann (ammermann@refugium-wesermarsch.de) wenden, um Anträge einzureichen oder zu besprechen. Wer die Aktion „Wesermarsch hilft“ mit einer Spende unterstützen möchte, findet auf der Internetseite des Landkreises unter www.landkreis-wesermarsch.de mit einem Klick auf die Ukraine-Flagge alle Informationen.
