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Airbus Nordenham Flugzeugbauer engagieren sich für Vogelschutz

Bei der Übergabe der Nistkästen (von links): Klaus Meyer vom Nabu Nordenham, die Airbus-Auszubildenden Jule Bitter, Till Lüdemann, Sophia Gorges und Kilian Candogan, Franz-Otto Müller vom Arbeitskreis Wanderfalkenschutz, Airbus-Ausbildungsleiter Olaf Heinrichs und Ausbilder Nico Paries

Bei der Übergabe der Nistkästen (von links): Klaus Meyer vom Nabu Nordenham, die Airbus-Auszubildenden Jule Bitter, Till Lüdemann, Sophia Gorges und Kilian Candogan, Franz-Otto Müller vom Arbeitskreis Wanderfalkenschutz, Airbus-Ausbildungsleiter Olaf Heinrichs und Ausbilder Nico Paries

Naturschutzverein Nordenham

Nordenham - Flugzeugbauer aus Nordenham helfen den schnellsten Vögeln der Welt. In der Lehrwerkstatt von Airbus sind jetzt sechs Nistkästen für Wanderfalken gefertigt worden. Darüber freut sich der Arbeitskreis Wanderfalkenschutz.

Ums Fliegen geht es bei beiden. Airbus baut Flugzeuge. Wanderfalken jagen in der Luft. Der Naturschutzverein und der Naturschutzbund (Nabu) in Nordenham sowie der Arbeitskreis Wanderfalkenschutz Nordseeküste hatten im vergangenen Sommer Kontakt zu Airbus Nordenham gesucht und um Unterstützung gebeten. Airbus hat zugesagt. In der Lehrwerkstatt sind daraufhin aus Aluminium und Holz sechs Nistkästen für die seltenen Greifvögel entstanden

Großes Lob

„Das ist ein wichtiger Beitrag für den Vogelschutz“, lobte Franz-Otto Müller vom Arbeitskreis Wanderfalkenschutz Nordseeküste den Einsatz der Airbus-Ausbildungswerkstatt. Für die Auszubildenden war es ein Projekt, bei dem sie eine Menge gelernt haben. Von der Zeichnung bis zur Fertigstellung haben sie alle Aufgaben selbstständig gelöst – bei Fragen selbstverständlich mit Unterstützung der Ausbilder.

Zunächst wurde ein Prototyp gefertigt. Der war im Großen und Ganzen schon gut gelungen. Danach folgte – mit geringen Korrekturen – eine kleine Serie. Einer der Kästen soll nun auf einem Gebäude auf dem Airbus-Gelände angebracht werden. Der Prototyp steht schon auf dem Nordenhamer Rathausturm.

Nachdem sie in den 1970er-Jahren bundesweit fast ausgestorben waren, hat sich der Falkenbestand in den vergangenen Jahren wieder erholt. In Niedersachsen und Bremen brüten inzwischen knapp 100 Paare. 234 Jungvögel sind im vergangenen Jahr ausgeflogen. Wanderfalken nisten inzwischen wieder in allen Landesteilen Niedersachsens. Im südlichen Niedersachsen sind sie stärker verbreitet als im Norden.


In der Wesermarsch haben in den vergangenen Jahren einige Paare erfolgreich Junge großgezogen: auf einem Leuchtfeuer zwischen Eckwarderhörne und Tossens, im Braker Hafen und auf dem Fernmeldeturm an der Nordenhamer Bahnhofstraße. Dessen Plattform ist, seit die Telekom den Turm verpachtet hat, für die Falkenschützer aber nicht mehr zu erreichen. Und der Kasten ist sanierungsbedürftig. Weil sich das nicht realisieren lässt, steht nun ein Ersatzkasten auf dem Rathausturm.

Und die anderen Kästen? Die werden im Zuständigkeitsbereich des Arbeitskreises Wanderfalkenschutz marode Kästen ersetzen. Die ersten Kästen waren aus Siebdruckplatten gefertigt worden. Manche von denen sind nicht mehr intakt. Die Airbus-Auszubildenden haben eine dauerhafte Variante aus Aluminium gefertigt. Der Arbeitskreis Wanderfalkenschutz Nordseeküste betreut insgesamt 72 Nistkästen in Niedersachsen – nicht nur an der Nordseeküste.

Schnelle Jäger

Wanderfalken sind ursprünglich Felsenbrüter. Sie nisten in Nischen von Felswänden. Weil es in den meisten Bereichen Norddeutschlands keine Felsen gibt, weichen die Falken gerne auf Nistkästen aus, möglichst hoch gelegen, mit gutem Überblick über die Umgebung. Von dort aus jagen sie eine Vielzahl von Vogelarten, von der Taube über Enten bis hin zu Krähen und Lachmöwen.

Franz-Otto Müller hat als Dankeschön für die Arbeit der Airbus-Auszubildenden diese zu einer Flugshow mit seinen Greifvögeln eingeladen. Er ist Falkner. Und er wird einen Vortrag über Wanderfalken halten. Es sind die schnellsten Vögel der Welt. Im Sturzflug erreichen sie Geschwindigkeiten von bis zu 300 Kilometern pro Stunde.

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