Friedrich-August-Hütte - Zur Jahreshauptversammlung kamen jetzt die Mitglieder der Niederdeutschen Bühne Nordenham „De Plattdüütschen“ in ihrem Theaterhaus im Kasino Friedrich-August-Hütte zusammen. Die Versammlung konnte aufgrund des Lockdowns nicht im Frühjahr stattfinden und war in den Sommer verlegt worden. Bühnenleiter Torsten Lange berichtete über das Geschäftsjahr 2020 und die Theatersaison 2020/2021.
„Das Jahr war geprägt von der Corona-Pandemie.“ Im Frühjahr 2020 war die Komödie „Döör an Döör’nanner“ kurz vor der Premiere aus Infektionsschutzgründen abgesetzt worden. Im Herbst sollten die Proben wieder aufgenommen werden. Der Vorstand erstellte ein umfangreiches Hygienekonzept. Doch das Coronavirus verhinderte erneut die Inszenierung.
Proben im „Homeoffice“
Ähnlich ging es der Jugendgruppe mit ihrem Stück „Nora“ nach Henrik Ibsen: Nachdem der Lockdown den Probenprozess gestoppt hatte, verlagerten die Jugendlichen ihre Proben ins „Homeoffice“. Dort nahmen sie sich selbst im Spiel auf. Alle Filmschnipsel werden nun zu einem Gesamtfilm zusammengeschnitten.
Verantwortlich für das Projekt war Jugendspielleiter Leon Nungesser. Er leitete die Jugendgruppe „Tusculum“ an und inszenierte seit 2017 die Stücke, darunter Klassiker wie „Frühlings Erwachen“ und „De Physiker“ – letzteres erstmals auf Plattdeutsch. Leon Nungesser bleibt der Niederdeutschen Bühne Nordenham zwar als Mitglied erhalten, wechselt aber nach seinem erfolgreichen Studium an ein Profitheater in Celle. Daher verabschiedete der Vorstand den Jugendleiter, der 2012 selbst als Jugendlicher bei den „Plattdüütschen“ begonnen hatte, und dankte ihm mit einem Präsent. Nach der Sommerpause übernimmt Katja Kramer die Jugendspielleitung.
Aufgabe der Jahreshauptversammlung war auch die Wahl von Vorstandsämtern: Wiedergewählt wurden die stellvertretende Bühnenleiterin Jane Kleidon und die Beisitzer Petra Wilks und Werner Scholz. Neu im Vorstandsteam ist Lasse Kramer: Er löst die bisherige Schriftführerin Traute Funk ab.
Minus in der Kasse
Aufgrund des Lockdowns verzögern sich auch die Umbau- und Renovierungsarbeiten im Theaterhaus: Bis zur Wiederaufnahme des Spielbetriebs im Oktober müssen noch einige Maßnahmen zum Brandschutz umgesetzt werden. Bühnenleiter Torsten Lange machte deutlich, dass das Kassenminus aus dem Corona-Jahr den Spielraum für Inszenierungen und auch die Umbaumaßnahmen deutlich einschränke. Er zeigte sich aber trotzdem optimistisch, dass sich im Herbst der Vorhang im Kasino wieder öffnen wird.
