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Gedenkstätte Esterwegen Rotarier aus Brake und Groningen geben anonymen Toten einen Namen

Vertreterinnen und Vertreter der Rotary Clubs aus Brake und Groningen stehen an der Gedenkstätte Esterwegen.

Vertreterinnen und Vertreter der Rotary Clubs aus Brake und Groningen stehen an der Gedenkstätte Esterwegen.

Maren Weers

Brake/Esterwegen - Neue Informationstafeln auf der Begräbnisstätte Esterwegen geben bislang anonymen Toten einen Namen. Die befreundeten Rotary Clubs aus Brake und Groningen haben die Tafeln jetzt gemeinsam mit dem Team der Gedenkstätte Esterwegen aufgestellt. Damit hat ein Projekt seinen Abschluss gefunden, das vor mehr als zehn Jahren begonnen hatte und viel Arbeit bedeutete.

Tote und Gräber

Im Regelfall wurden die Toten der Konzentrationslager Börgermoor, Esterwegen und Neusustrum sowie aller Strafgefangenenlager im Emsland bis 1945 auf der ursprünglich als Lagerfriedhof Börgermoor bezeichneten Gräberanlage in Einzelgräbern beerdigt. Die Anlage heißt heute Begräbnisstätte Esterwegen/Bockhorst. Seit Kriegsende gilt die Gräberliste jedoch als verschollen, so dass die Gräber namenlos sind und die exakte Zahl der tatsächlich dort Bestatteten nicht mehr ermittelbar ist.

Ein Lageplan aus dem Jahre 1969 weist 1343 Einzelgräber nach. Lediglich 813 Grabnummern lassen sich gesichert Namen von Toten zuordnen – unter ihnen 18 Männer jüdischen Glaubens sowie mindestens zehn sowjetische Kriegsgefangene, die in Arbeitskommandos starben.

Projektarbeit

In einer ersten Projektphase arbeiteten die Rotarier vorrangig im Kreisarchiv Emsland in Meppen und sahen die standesamtlichen Sterbefallanzeigen aus den Ortschaften in der Umgebung der damaligen Lager durch. Die Ergebnisse übergaben die Ehrenamtlichen danach an das Team der Gedenkstätte Esterwegen.

Das leistete ergänzende biografische Recherchen und trug sie in einer Datenbank zusammen. Mit großzügiger Förderung durch die beiden Rotary Clubs konnte 2018 ein Online-Gedenkbuch auf der Gedenkstätten-Website (gedenkstaette-esterwegen.de/geschichte/gedenkbuch) publiziert werden, das auf große Resonanz bei Angehörigen der Opfer und Forschenden stieß.


In der letzten Projektphase, die nun ihren Abschluss fand, begann die inhaltliche und optische Gestaltung neuer Informationstafeln in enger Abstimmung mit den Rotariern. Die neuen Tafeln gehen ausführlich auf die Historie der Emslandlager, die Geschichte des Lagerfriedhofs Börgermoor und die dort bestatteten Toten ein.

Einweihung

Zur Einweihung fuhren zehn Rotarierinnen und Rotarier aus Brake nach Esterwegen. Rainer Weerda, Präsident des Braker Clubs, und sein Amtskollege Peter Wieringa vom Club Groningen Noord hielten kurze Ansprachen. „Aufgrund der Schuld und Verbrechen der Nazis und des deutschen Volkes sollten auch heutige und zukünftige Generationen diese Erinnerung immer vor Augen haben. Nicht als Schuld, die heutige oder zukünftige Generationen zu tragen haben, aber als Verantwortung gegenüber allen Menschen, dass so ein Leid und Verbrechen niemals wieder von deutschem Boden ausgehen darf“, sagte Weerda.

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