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„Wesermarsch hilft!“ 43 000 Euro für Ukraine-Hilfe, aber Vorsicht ist geboten

Landrat Stephan Siefken (hellblauer Anzug) und ein Teil der vielen ehrenamtlichen Menschen in der Wesermarsch, die zum Erfolg des Förderprojekts beitragen.

Landrat Stephan Siefken (hellblauer Anzug) und ein Teil der vielen ehrenamtlichen Menschen in der Wesermarsch, die zum Erfolg des Förderprojekts beitragen.

Nicolas Reimer

Brake/Wesermarsch - Das dreiköpfige Gremium, das über die Verteilung der Spendeneinnahmen aus dem Förderprojekt „Wesermarsch hilft!“ entscheidet, befindet sich auf den ersten Blick in einer recht komfortablen Situation. 42 931,55 Euro gingen in den vergangenen Wochen auf dem Spendenkonto ein – benötigt wurden davon aber erst 11 420 Euro. Beachtliche 31 511,55 Euro stehen für die Unterstützung geflüchteter Ukrainer nach Adam Riese also noch zur Verfügung.

Auch deshalb forderte Gremiumsmitglied Doris Ammermann am Donnerstag die vielen Vereine, Organisationen, Privatpersonen oder Ehrenamtlichen auf, ihre Anträge zur Prüfung einzureichen. „Es ist noch Geld da, wir wünschen uns mehr Anträge“, sagte Ammermann. Trotz der vermeintlich rosigen Situation ist aber Vorsicht geboten.

Marathon

Aktuell leben nämlich schon 949 Geflüchtete aus der Ukraine im Landkreis Wesermarsch, weitere 23 sollen in wenigen Tagen ankommen. Bis die Marke von 1000 aufgenommenen Menschen geknackt wird, ist es also nur noch eine Frage der Zeit. Das Förderprojekt, betonte Landrat Stephan Siefken ganz richtig, dürfe man daher nicht als Sprint sehen, sondern als Marathon. Zumal Tyrann Putin seinen Angriff auf das Nachbarland so schnell nicht stoppen dürfte.

Gleichzeitig ist aber auch festzuhalten: Die ersten Kilometer hat der Landkreis auch wegen des Projekts gut überstanden. Insgesamt 70 Spenden gingen bislang ein, die letzte davon exakt am Donnerstag. Der Förderverein der Grundschule Butjadingen überreichte einen symbolischen Scheck über 10 000 Euro, die im Zuge eines Spendenlaufs gesammelt worden waren.

Diese Anträge wurden bewilligt

Verein für Integrationshilfe Jaderberg: Teilhabe am sozialen Leben für ukrainische Jugendliche, Fahrdienst, kulturelle und sportliche Aktivitäten

Gemeinde Ovelgönne: Pädagogische Betreuung in der Gemeinschaftsunterkunft

Privatperson/Betreuer: Übersetzer mit Sprachausgabe, bedienbar für Erblindete

SV Nordenham: Zuschuss zum Bewegungs- und Spaßtag („Integration durch Sport“) im Störtebekerbad

DRK: Unterstützung bei der Anschaffung eines gebrauchten Fahrzeugs für mobile Beratung durch ukrainische Psychologin

Netzwerk

Die vielen Zuwendungen von Privatpersonen, Unternehmen, Serviceclubs und und und sind aber nur ein Grund für das finanzielle Polster. Der andere liegt im Gremium selbst, zu dem neben Ammermann (Refugium Wesermarsch) noch Ralf Bunten (Kreisarbeitsgemeinschaft der Wohlfahrtsverbände) und der gerade in den Ruhestand verabschiedete 1. Kreisrat Hans Kemmeries gehören.

Das Trio verfügt über so viel Expertise und ist so gut vernetzt, dass viele Anträge anderweitig bearbeitet werden konnten. Von den insgesamt elf eingereichten Anträgen wurden dadurch sechs an andere, vorrangige Fördertöpfe weitergeleitet. Die restlichen fünf (siehe Infobox) bewilligte das Gremium sehr gerne.


Qualität

Ammermann, Bunten und Kemmeries stecken über Online-Plattformen einmal wöchentlich ihre Köpfe zusammen, auch wenn keine Anträge eingegangen sind. Das hat sich bislang – im wahrsten Sinne des Wortes – ausgezahlt. „Wir haben eine sehr hohe Qualität, was die Bearbeitung der Anträge angeht“, lobte Siefken.

Der Landrat geht übrigens davon aus, dass in Zukunft weitere Geflüchtete in den Landkreis kommen werden. Zwar übertreffe die Wesermarsch die geforderte Aufnahmequote bereits, eine Entspannung der Situation sei aber nicht zu erkennen.

Spenden gehen an:

Konto: „Wesermarsch hilft“ bei der Landessparkasse zu Oldenburg (LzO)

IBAN: DE86 2805 0100 0094 1847 28

BIC: SLZODE22XXX

Nicolas Reimer
Nicolas Reimer Thementeam Polizei/Justiz
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