Berne - Die Energiekrise treibt den Ausbau der erneuerbaren Energien im Eiltempo voran. Auch im Landkreis Wesermarsch werden immer mehr Windkraft- und Solaranlagen aufgestellt. Um Ausbauziele zu erreichen, werden die Landkreise und deren Kommunen in die Pflicht genommen. Der Landkreis Wesermarsch hat ein regionales Energieversorgungskonzept für Photovoltaik-Freiflächen erstellen lassen, in dem für Photovoltaikanlagen geeignete und für solche Anlagen ausgeschlossene Flächen in den einzelnen Wesermarsch-Kommunen identifiziert werden. Fachbereichsleiter Michael Heibült stellte die Zahlen, die die Gemeinde Berne betreffen, im Ausschuss für Planen, Bauen und Wirtschaft vor.
Drei Arten von Flächen
Im Konzept werden drei Arten von Flächen unterschieden: 1. Flächen, die sich nicht für Photovoltaikanlagen eignen (Ausschlussflächen), 2. Flächen, die sich eher nicht eignen (Restriktionsflächen) und 3. Flächen, die sich potenziell eignen (Gunstflächen der Kategorien I und II).
Bis 2040 will das Land Niedersachsen seinen Energiebedarf zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien decken, zitierte Fachbereichsleiter Michael Heibült aus dem Niedersächsischen Klimagesetz. Neben Windkraftanlagen sollen deshalb in den nächsten Jahren und Jahrzehnten auch Photovoltaik-Anlagen in Niedersachsen weiter ausgebaut werden. Gemäß Niedersächsischen Klimagesetz soll die in Niedersachsen installierte Solarstrom-Leistung bis 2035 von derzeit 5,1 Gigawatt auf 65 Gigawatt gesteigert werden.
Laut dem Land Niedersachsen werden zur Erreichung der Ausbauziele landesweit circa 22 500 Hektar Photovoltaik-Freiflächenanlagen benötigt. Der rein rechnerische, anteilige Beitrag der Wesermarsch zur Erreichung des Landezieles liege bei etwa 400 Hektar Photovoltaik-Freiflächenanlagen, rechnete Michael Heibült vor. Im Energiekonzept seien im Kreisgebiet Gunstflächen 1. Ordnung im Umfang von 266 Hektar und zusätzlich 4362 Hektar Gunstflächen 2. Ordnung dargestellt. Konkrete Betrachtungen von Flora und Fauna liegen für diese Bereiche jedoch nicht vor, machte Michael Heibült deutlich.
Anteil der Gemeinde
Die Gemeinde Berne verfügt über eine Fläche von 8503 Hektar. Das entspricht 10 Prozent der Fläche des Landkreises. Somit liege der Anteil, den die Gemeinde zu den Ausbauzielen des Landes Niedersachsen beitragen müsste, bei 41 Hektar, erläuterte Michael Heibült. Das vom Landkreis in Auftrag gegebene Energiekonzept habe ergeben, dass die Gemeinde Berne über 10 Hektar Gunstflächen 1. Ordnung (im Bereich Ollen und Neuenkoop) verfüge, darüber hinaus werden nach dem Konzept 435 Hektar in der Gemeinde Berne als Gunstflächen 2. Ordnung ausgewiesen, berichtete Michael Heibült. Kompensationsflächen sind als Standort für Solarparks ausgeschlossen. Photovoltaik-Freiflächen seien keine im Außenbereich privilegierten Anlagen. Es bedürfe einer Änderung des Flächennutzungsplanes und der Erstellung von (vorhabenbezogenen) Bebauungsplänen, sagte Michael Heibült. Ratsmitglied Markus Baritz (SPD) wollte wissen, ob die Gemeinde nun alle angeführten Flächen für Photovoltaik-Anlagen ausweisen müsse. Dies sei nicht der Fall, betonte Michael Heibült. Die Gemeinde ginge nur auf konkreten Antrag von Investoren in die Bauleitplanung.
