Golzwarden/Nordenham - Was ihn dazu getrieben hat? Nennen Sie es, wie Sie wollen: den inneren Antrieb, die Eigenmotivation, die Lust an der Herausforderung. Vielleicht war es ja auch eine Mischung all dieser Dinge. Fest steht jedenfalls: Der Läufer Dieter Poppe vom SV Brake hat am Jahr 2021 seine Leistungsgrenzen neu definiert. „Ich wollte gerne noch mal in der Spitze laufen“, sagt der 60-Jährige aus Golzwarden.
Die Platzierungen
Das hat geklappt. Mit seinen 3:36:46 Stunden vom Hamburg-Marathon steht er im Marathon in der Altersklasse M 60 auf Platz elf der Deutschen Bestenliste. In Niedersachsen belegt er mit dieser Zeit Platz zwei in seiner Altersklasse. Mehr noch: Im Halbmarathon ist er mit den 1:35:37 Stunden, die er in Bremerhaven gelaufen ist, Dritter in Niedersachsen. Und über die fünf Kilometer auf der Straße liegt er mit den 20:29 Minuten, die er beim Straßenlauf in Ofen benötigt hat, sogar auf Platz eins.
Das training
Glücklich sei er mit seinen Zeiten, sagt er. Die starken Leistungen sind allerdings kein Zufall. Vielmehr sind sie die Folge eines höheren Trainingsaufwands und einer kleinen, aber feinen strategischen Entscheidung. Poppe trainiert seit diesem Jahr einmal in der Woche mit den „Plaatweg Runners“, der freien Laufgruppe ambitionierter Läuferinnen und Läufer im Nordenhamer Stadion am Plaatweg. „Ich habe gefragt, ob ich mitmachen kann und bin herzlich aufgenommen worden“, sagt er. Schnell habe er festgestellt: „Dort gibt es Menschen, die in Sachen Laufen genauso verrückt sind wie ich.“
Am Plaatweg geht er schon mal ans Limit. „Das hat nichts mehr mit spazieren gehen zu tun“, sagt er und lacht. „Da muss ich mich schon ein wenig quälen.“ Das fordernde Intervall- und Tempotraining habe ihn vor allem für die 5 Kilometer viel gebracht.
Die Ziele
Bei Poppe ist es wie bei vielen anderen Menschen: Wer den Ertrag des Einsatzes sieht, schöpft daraus neue Kraft. Sprich: Er hat für das kommende Jahr klare Ziele. Zum Beispiel die Teilnahme an den Landesmeisterschaften über 5000 Meter: „Ich möchte ein Mal im Stadion laufen“, sagt er. Auch die Zeit soll besser werden. Die 20-Minuten-Marke würde er gerne knacken.
Außerdem möchte er den Hamburg-Marathon laufen. Es wäre sein achter Start bei einem Marathon. Auch hier würde er mit einer klaren Zeitvorstellung ins Rennen gehen: 3:30 Stunden sind sein Ziel.
Doch die Teilnahme an einem Laufwettbewerb kann weitaus mehr sein als ein sportlicher Wettkampf. Deshalb hofft Poppe, dass er im kommenden Jahr mit einigen Freunden auch beim Marathon in Kopenhagen laufen kann. „Solche Reisen sind etwas Besonderes“, sagt er. „Es ist einfach schön, mal ganz andere Luft zu schnuppern.“ Jede Wette, dass er auch dort die Schuhe voll belasten wird.
In der Hochphase der Vorbereitung auf diese Rennen werde er wieder viermal in der Woche trainieren, sagt er. Im Augenblick laufe er dreimal pro Woche – in lockerem Tempo. „Anfang des neuen Jahres geht es dann wieder richtig los“, sagt er. Die Vorfreude auf die Jagd nach Bestzeiten kann er nicht verbergen.
