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Von Elsfleth nach Amerika Autor Fokke Blohm spürt Schicksal deutscher Emigranten auf

Evelyn Eischeid
Der Autor Fokke Blohm stellte sein Buch „Von Elsfleth nach Amerika – Verbleib Elsflether Bürger anhand von Grabsteinen in den USA“ vor.

Der Autor Fokke Blohm stellte sein Buch „Von Elsfleth nach Amerika – Verbleib Elsflether Bürger anhand von Grabsteinen in den USA“ vor.

Evelyn Eischeid

Elsfleth - Ein Lebenslauf fast wie ein Krimi: im Jahr 1829 wanderte der in Gödens geborene Johann Christian Friedrich Dirks (1796-1848), der seinen Nachnamen in „Ernst“ geändert hatte, auf dem Schiff „Ernestine“ mit Frau und Kindern in die Vereinigten Staaten mit Ziel Texas aus. Was hatte den, vom oldenburgischen Herzog hoch dekorierten Beamten, Kurier und Postmeister aus Neuenbrok zur Emigration und Namensänderung bewogen? Das war ganz profan: Nach einem Griff in die großherzogliche Kasse sah sich Dirks zur Flucht gezwungen.

Neue Heimat in Texas

Mit Ehefrau Louise Gesine Auguste Weber, geboren 1800 in Ovelgönne, gründete Ernst den Ort Industry in Austin/Texas. In der neuen Heimat machte sich der Deutsche mit großer Schaffenskraft um die Entwicklung der Neugründung verdient, bis heute gilt Ernst als „Vater der deutschen Immigranten in Texas“. Grabstein und Denkmäler halten in Austin die Erinnerung an den wieder ehrbar gewordenen deutschen Auswanderer lebendig.

Akribische Nachforschungen

Um diese abenteuerliche Familiengeschichte zu recherchieren, musste der Elsflether Fokke Blohm nicht kreuz und quer durch die USA reisen. Fokke Blohm hat in akribischer Nachforschung und mit Hilfe zahlreicher deutscher und internationaler Datenbanken die Schicksale von Emigranten aufgespürt und in seinem Buch „Von Elsfleth nach Amerika – Verbleib Elsflether Bürger anhand von Grabsteinen in den USA“ festgehalten. Über die Recherchen, die Arbeit und Vorgehensweise berichtete Fokke Blohm auf seiner Buchvorstellung im vollbesetzten Heye-Saal.

Leidenschaftliche Recherche

Fokke Blohm widmet sich bereits seit vielen Jahren mit „einer Portion Leidenschaft und Lokalpatriotismus“ der Familienforschung: „Vieles, was meine Oma über unsere Familie erzählt hat, habe ich bereits mit Anfang 20 aufgeschrieben – der Familienstammbaum lässt sich bis in Jahr 1550 nachverfolgen.“ Auf großes Interesse stießen auch seine Veröffentlichungen über „Vergessene Grabplatten“ auf dem Elsflether Friedhof, veröffentlicht im „Festmacher“- Journal der St.-Nicolai-Kirchengemeinde.

Fotos von Grabsteinen

Für sein Buch forschte Fokke Blohm nach Hinweisen in den Kirchenbüchern der evangelischen Kirchengemeinden Elsfleths, bei der Oldenburgischen Gesellschaft für Familienkunde. Viele historische Grabsteinfotografien fand er im amerikanischen Internet-Portal „Find a Grave“. Es ist eine Datenbank, in dem 226 Millionen Gedenkstätten von Auswanderern verzeichnet sind. Fokke Blohm: „Die Zeitschiene der von mir gefundenen Elsflether Auswanderer deckt sich mit den großen europäischen Auswandererwellen Mitte des 19. Jahrhunderts.“


Fündig wurde er auch in den Einberufungsregistern des amerikanischen Bürgerkrieges und in den Schiffslisten, auf denen die Namen der Elsflether Auswanderer verzeichnet waren. Der älteste, von Fokke Blohm aufgespürte Grabstein verweist auf Johann Gerhard Freels (1813 bis 1852). Fokke Blohms Buch ist bei der Tourist-Information an der Kaje und bei ihm privat zu erwerben.

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