Nordenham - Wenn es nach der FDP geht, verkauft die Stadt Nordenham ihre Ansprüche aus der Geldanlage bei der insolventen Greensill-Bank. In einem Schreiben an Bürgermeister Nils Siemen stellt die FDP-Stadtratsfraktion den Antrag, die Verkaufsmöglichkeiten zu überprüfen und die dafür erforderlichen Gespräche aufzunehmen.

Aus Sicht des FDP-Fraktionsvorsitzenden Hergen Kalitzki bietet ein Verkauf der Ansprüche den Vorteil, dass die Finanzmittel sofort verfügbar wären und die Stadt Nordenham langjährige Rechtsstreitigkeiten mit

einem ungewissen Ausgang vermeiden könnte. Zudem ließen sich dabei Rechtskosten „im mittleren sechsstelligen Bereich“ einsparen. Laut Hergen Kalitzki dürfte sich bei einem Verkauf der Ansprüche ein Erlös von 30 bis 40 Prozent der Forderungssumme erzielen lassen.

Die bei der Greensill-Bank angelegten Gelder der Stadt Nordenham belaufen sich auf 13,5 Millionen Euro. Die Dauer des Insolvenzverfahrens, das seit März 2021 gegen die Bremer Pleitebank läuft, wird auf bis zu zehn Jahre geschätzt. In dem Zusammenhang verweist Hergen Kalitzki auf die Auswirkungen der steigenden Inflation: „Eine eventuelle Teilrückzahlung der 13,5 Millionen Euro ist in zehn Jahren deutlich

weniger wert als heute.“