Elsfleth - Eigentlich hätten die Vertreterinnen der drei Elsflether Grundschulen die Stadthalle nach der jüngsten Sitzung des Schulausschusses zufrieden verlassen können. Die Ausschuss-Mitglieder stimmten den aufgelisteten Haushaltspositionen für das Jahr 2022 einstimmig zu, knapp 100 000 Euro werden in die Bildungseinrichtungen fließen. „Entscheidungen werden immer im Wohlwollen der Schulen gegenüber getroffen“, lobte auch Karen Freels.
Die Rektorin der Grundschule Elsfleth wies die anwesenden Personen aus Politik und Verwaltung im gemeinsamen Bericht aber auch auf die Probleme hin – von denen zwei explizit ihre Schule betreffen. Die dringendsten „Hausaufgaben“ sind dort mit Blick auf den Schulhof und die räumlichen Kapazitäten zu erledigen.
Ungebetene Gäste
So werde der Schulhof „am späten Nachmittag, abends und am Wochenende gerne von Jugendlichen und jungen Erwachsenen genutzt“. Diese würden teilweise Spuren in Form von „Anhäufungen von Müll, Sachbeschädigungen etc.“ hinterlassen, erklärte Freels.
Der Stadtverwaltung ist dieses Problem bekannt. Es wurden bereits Videokameras installiert, Rechnungen gingen auch schon an beschuldigte Personen raus. Zudem steht die Schule in engem Kontakt mit einer Vertreterin der Polizei.
Gleichwohl möchte die Stadt vor allem die Möglichkeiten zur technischen Überwachung verbessern. Klaus Bollingerfähr vom Fachdienst 4 (Planen, Bauen, Verkehr, Umwelt) berichtete, dass sich die Verwaltung bereits mit einer Firma getroffen habe, um eine Erhöhung der Pixelanzahl der Kameras zu besprechen. Zudem solle auch der vordere Teil des Schulhofs mit dem Bereich der Fahrradständer erfasst werden.
„Anders bekommen wir das nicht in den Griff“, sagte Bollingerfähr, der erklärte, dass für die Maßnahmen zusätzliche Kabel verlegt werden müssten. Ein Zaun rund um den Schulhof mache keinen Sinn, da sich dort ja auch ein Spielplatz befinde.
Platzproblem
Ein anderes Problem brachte Rektorin Freels in ihrem Bericht zunächst elegant zur Sprache, als sie mitteilte, dass „die räumlichen Gegebenheiten in Moorriem und Lienen“ gut seien. Im Nachgang wurde sie auf Anfrage von Ratsfrau Gudrun Göhr-Weber (Bündnis 90/Die Grünen) deutlicher.
„Wir platzen aus allen Nähten“, sagte Freels. 208 Schülerinnen und Schüler aus elf Klassen werden an der Grundschule Elsfleth unterrichtet. Es gebe keinerlei räumliche Reserven mehr, jeder Winkel des Gebäudes sei in Beschlag genommen worden.
Aktuell sei die Situation zwar gerade noch hinnehmbar. Mit der vorgesehenen Umsetzung eines Ganztagsangebotes zum Schuljahr 2025/26 könnte sich die Lage aber zuspitzen, wenn noch weitere Räumlichkeiten benötigt würden.
Bürgermeisterin Brigitte Fuchs versicherte, dass die Stadt auch dieses Thema auf dem Schirm habe. Man wolle allerdings noch etwas warten, um abzusehen, welche Fördermöglichkeiten es nach den Landtagswahlen beispielsweise für Anbau-Maßnahmen gibt.
