Nordenham/Mallorca - Viele Touristen bringen Mallorca vor allem mit Ballermann, Party und Sangria in Verbindung. Einen ganz anderen Blick auf die spanische Ferieninsel haben jetzt Schülerinnen des Nordenhamer Gymnasiums bekommen. Sie waren auf Mallorca – nicht um feuchtfröhliche Feten zu feiern und am Strand zu faulenzen, sondern, um gemeinsam mit ihren Gastgebern und weiteren Schülern aus Europa zu arbeiten und zu lernen. Das Gymnasium nimmt an einem Erasmus-Projekt zum Thema „Nachhaltiges Reisen in europäischen Küstenregionen“ teil.
40 Schüler
Insgesamt 40 Schüler aus sechs europäischen Ländern machen mit. Neben den Nordenhamern sind Schüler aus Spanien, Kroatien, Griechenland, Italien und Portugal beteiligt. Nach dem ersten Treffen auf der kroatischen Insel Brac ging es jetzt nach Inca ins Zentrum von Mallorca. Die Schülerinnen Mathea Eich, Emily Nungesser und Leonie Wieting wurden von den Lehrerinnen Jennifer Wiedenhöfer und Sabrina Pargmann begleitet. Untergebracht waren sie in Gastfamilien. Wie Sabrina Pargmann berichtet, wurden sehr schnell Freundschaften geschlossen und sogar schon Pläne für spätere Besuche in der Freizeit geschmiedet. Der interkulturelle Austausch und die Förderung der Sprachkompetenz sind übergeordnete Ziele des Projekts, das von der Europäischen Union finanziert wird.
Konkret geht es aber um nachhaltiges Reisen. Die Schülerinnen bekamen einen umfassenden Einblick in den Tourismus vor Ort und dessen ökologische und soziale Folgen. Und dabei ging es auch um Alternativen zum Party-Tourismus, mit dem die Balearen-Insel oft in Verbindung gebracht wird. Klassische Tourismuskonzept wurden kritisch hinterfragt.
Ein Appell
Höhepunkten der Exkursion war ein Besuch beim Serviceclub Round Table. Dazu gehörte auch eine Podiumsdiskussion mit Politikern, Wissenschaftlern und Umweltinitiativen. Auch der Umweltminister der Balearen, Miquel Mir, war dabei. Die Podiumsdiskussion bereiteten die Schüler in international gemischten Arbeitsgruppen selbst vor und übernahmen auch komplett die Moderation. Die Kulturbeauftragte von Inca, Alice Weber, richtete dabei einen Appell an die Schüler. Sie rief dazu auf, dass die Schüler selbst aktiv werden und die Politiker und Druck auf die Politiker ausüben, damit sie sich für mehr Nachhaltigkeit einsetzen.
Weitere Themen beim Projekttreffen auf Mallorca waren die Auswirkungen des Tourismus auf die Meere. Die Umweltschutzorganisation „Save the Med“ organisierte einen Schnorchelausflug in Formentor. Dort fischten die Schüler Plastikmüll aus dem Meer.
Das nächste Projekttreffen findet im Oktober auf der griechischen Insel Kreta statt. Im November geht’s nach Sizilien und im März nach Madeira. Das letzte Treffen findet in Nordenham statt. Die Erasmus-AG am Gymnasium besteht aus elf Mitgliedern des 11. und 12. Jahrgangs. So kann jedes Mitglied zweimal mitreisen.
