Navigation überspringen
nordwest-zeitung
Abo-Angebote ePaper Newsletter App Prospekte Jobs Immo Trauer Shop

IG Metall zu Airbus und Premium Aerotec Offen für Investor bei Kleinteilefertigung – unter einer Bedingung

Thomas Kaufner
Daniel Friedrich – hier bei einem Warnstreik in Hamburg – ist Bezirksleiter der IG Metall Küste.

Daniel Friedrich – hier bei einem Warnstreik in Hamburg – ist Bezirksleiter der IG Metall Küste.

Hamburg/Nordenham/Varel - Die Industriegewerkschaft Metall zeigt sich offen für den umstrittenen Verkauf der Airbus-Kleinteilefertigung an einen externen Investor – allerdings nur unter der Voraussetzung, dass der Flugzeugbauer zugleich die Möglichkeit eines Verbleibs im Airbus-Konzern prüft. „Wir sind seriös im Umgang mit Investoren, das sind wir immer, das sind wir nicht nur bei Airbus“, sagt der norddeutsche Bezirksleiter der Gewerkschaft, Daniel Friedrich. „Aber wir erwarten natürlich, dass auch Airbus die andere Alternative seriös prüft und nicht noch mit weiterem Personalabbau dann droht.“

Zusagen einhalten

Dies habe Airbus während der seit Monaten laufenden Verhandlungen über die Bedingungen des geplanten Konzernumbaus zugesagt. „Ein Teil des Konfliktes ist jetzt, dass Airbus diese Zusage nicht einhält“, sagt Daniel Friedrich. „Die Investorenlösung ist nicht unsere Lösung, aber es ist unsere Aufgabe, damit seriös umzugehen.“ Im Gegenzug könne er erwarten, dass sich Airbus an die Verabredung halte, dass an der Alternative eines Verbleibs „dann genauso intensiv und parallel gearbeitet wird“, so der Verhandlungsführer der IG Metall. Bei Airbus heißt es zu dem mehrmals von Warnstreiks begleiteten Konflikt derzeit: „Kein Kommentar“.

Airbus wollte eigentlich Anfang 2022 die Montage von Flugzeugrümpfen und -strukturen in einem neuen Tochterunternehmen zusammenfassen. Betroffen wären die Airbus-Werke Stade, Teile des Standorts Hamburg sowie die Airbus-Tochter Premium Aerotec mit drei der vier Augsburger Werke und den Standorten Bremen und Nordenham. Zudem will der Flugzeugbauer die Teilefertigung bei Premium Aerotec in Augsburg, im friesischen Varel und in Rumänien an einen Investor verkaufen.

Daniel Friedrich nennt es „unstrittig“, dass die Einzelteilefertigung „zukunftsfähig“ gemacht werden müsse. „Der Streit ist doch, wie machen wir das mit wem.“ Der Gewerkschafter wirft Airbus vor, man wolle für den Fall eines Verbleibs der Teilfertigung in den kommenden drei Jahren 750 Stellen auf die Streichliste setzen, die als nicht wettbewerbsfähig angesehen würden.

Standortgarantien

Für einen externen Investor gälte allerdings die gleiche Situation. „Aber da ist Airbus bereit, Arbeit nach Varel und Augsburg zu geben, nur wenn man‘s selber behält, nicht“, so Daniel Friedrich, „das passt einfach nicht.“ Zweites großes Konfliktfeld ist die Reichweite von Standort- und Beschäftigungszusagen in der Airbus-Strukturmontage.


Airbus hat nach eigener Aussage Milliardeninvestitionen und „umfassende Garantien“ zu Standorten und Beschäftigungsbedingungen an den Standorten zugesagt, die bis zum Jahr 2025 reichen. Die Gewerkschaft verlangt indes eine Perspektive über das Jahr 2030 hinaus, wenn die Produktion eines Nachfolgers der erfolgreichen A380-Familie ansteht.

„Dahinter steckt die Frage, wie viel Beinfreiheit hat der Airbus-Vorstand, die Aufträge weltweit zu platzieren. Wir wissen, dass wir heute eine sehr stark politisch entstandene industrielle Struktur bei Airbus haben“, sagt Daniel Friedrich. „Und da gibt es ja schon lange den Wunsch, sich davon freizumachen. Die Frage ist dann, wie viel wird bei den Flugzeugen der nächsten Generation überhaupt noch in Europa gemacht und was passiert dann in Asien.“

Themen
Artikelempfehlungen der Redaktion
Kommentar
Einweihung der Fahrradstraße mit prominenten Gästen (von rechts vorn): Zwischenahns Bürgermeister Henning Dierks, CDU-Landtagsabgeordneter Jens Nacke, Olaf Lies, Niedersachsens Minister für Wirtschaft, Verkehr, Bauen und Digitalisierung, die Ammerländer Landrätin Karin Harms und SPD-Landtagsabgeordneter Björn Meyer Ende April.

FÖRDERUNG DES FAHRRADVERKEHRS Entwicklungsland Deutschland

Michael Sommer
So sieht einer der zehn neuen Operationssäle im Evangelischen Krankenhaus Oldenburg aus.

EVANGELISCHES KRANKENHAUS OLDENBURG Mehr Operationen, Jobs und Patienten – EV nimmt zehn neue Operationssäle in Betrieb

Anja Biewald
Oldenburg
Spannender Lesestoff auf über 50 Seiten: Die erste Ausgabe des neuen Magazins „Tatort Nordwesten“ ist ab sofort erhältlich. Als ePaper kostet das Magazin 5,90 Euro.

TRUE-CRIME-HEFT „Tatort Nordwesten“ als Magazin in Geschäftsstellen und Shop erhältlich

Nicolas Reimer
Im Nordwesten
Podcast
Verlässt im Sommer den VfB: Marcel Appiah

NEUE FOLGE NORDWESTKURVE Warum der VfB Oldenburg seine Verjüngungskur vorantreibt

Lars Blancke Sarom Siebenhaar
Oldenburg
Haben das Demokratiefest am 11. Mai in Schortens aus Sicherheitsgründen abgesagt: die Veranstalter (von links) Detlef Kasig, Axel Homfeldt und Wolfgang Ottens.

SICHERHEITSGRÜNDE Veranstalter sagen Fest für Demokratie in Schortens ab

Jever