Oldenburg/Elsfleth - Mit einer Auswärtsniederlage haben sich die Oberliga-Handballer des Elsflether TB aus dem Kalenderjahr 2022 verabschiedet. Die Mannschaft von Trainer Patrick Tulikowski verlor am Freitagabend beim TvdH Oldenburg mit 25:28 (13:15). Durch diese Niederlage fiel der ETB zwar auf den achten Tabellenplatz zurück. Trotzdem kann sich die bisherige Ausbeute von 11:13 Punkten sehen lassen. Schon mit einem durchaus möglichen Unentschieden hätten die Elsflether sogar auf dem sechsten Rang überwintert.
„Das war ein enges Spiel, das am Ende so oder so ausgehen kann. In diesem Fall hatten wir das Nachsehen“, sagte Tulikowski. Mehrere Faktoren hätten letztlich zu der knappen Niederlage geführt. Einer davon war die frühe Rote Karte für Top-Torjäger Lasse Pape in der 13. Minute. Ob der Platzverweis berechtigt war, vermochte Tulikowski nicht genau zu beurteilen. „Da stand ich zu schlecht, um das bewerten zu können“, sagte der Coach. Definitiv sei aber der falsche Spieler des Feldes verwiesen worden. „Wenn überhaupt hatte da nicht Lasse Pape, sondern Sascha Klostermann seine Finger im Spiel“, meinte Tulikowski.
Nicht zuletzt dank Florian Doormanns Treffer boten die Elsflether lange Paroli. „Vor allem in der ersten Halbzeit hat er uns im Spiel gehalten“, sagte Tulikowski. Ebenfalls gut aufgelegt war Torhüter Matthias Wagenaar, der kurz vor dem Seitenwechsel den diesmal glücklosen Stammkeeper Marcel Völkers zwischen den Pfosten ablöste. In der 24. Minute erzielte Klostermann mit dem 12:11 die letzte Elsflether Führung.
Beim 21:22 durch Doormann (50.) war immer noch alles drin. „Die letzten zehn Minuten waren dann entscheidend“, sagte Tulikowski. Vor allem im Rückraum fehlten die Alternativen. Renke Gronau musste Lasse Pape auf Rechtsaußen ersetzen, und Bastian Rambau fehlte ohnehin krankheitsbedingt. Somit mussten Doormann, Klostermann und Fynn Oberegger nahezu ohne Verschnaufpause durchspielen. Am Ende fehlte dem Trio aber zusehends die Kraft.
„Kleinigkeiten haben den Ausschlag gegeben“, meinte Tulikowski, der dabei auch die Entscheidungen des Schiedsrichtergespanns mit einbezog. „In der zweiten Halbzeit hatte ich manchmal den Eindruck, dass man uns erst den Arm rausreißen muss, um bestraft zu werden“, meinte der Elsflether Coach.
Aber auch eigene Unzulänglichkeiten wie drei verworfene Siebenmeter wollte Tulikowski nicht verschweigen. Und wie es in solchen Momenten eben manchmal so ist, kam auch ein bisschen Pech dazu. Beispiel gefällig: „Kurz vor Schluss traf Jo-Fokke Blohm zweimal hintereinander den Innenpfosten. Doch anstatt, dass der Ball von da aus reinging, flog er ins Feld zurück“, erzählte Tulikowski.
ETB: Völkers, Wagenaar – Doormann (12/4), Gronau (3), Oberegger (3), Blohm (2), Tolck (2), Danielzik (2), Klostermann (1), Wille, Pape, Martens, Schwarting.
Spielstationen: 6:4 (12.), 11:12 (24.), 15:13 (30.), 17:16 (40.), 21:20 (49.), 28:25 (60.).
Fünf Wochen dürfen die Elsflether durchpusten, bevor es am Samstag, 14. Januar, mit der Auswärtspartie bei der SG Achim/Baden weitergeht. Ein passender Moment, auf die vergangenen sechs Monate zurückzublicken. „Ungefähr zur Mitte der Vorbereitung habe ich gedacht, dass wir absteigen werden. Und zwar mit Pauken und Trompeten“, sagt Tulikowski.
Der zu dieser Saison verpflichtete Coach ließ sich nicht einschüchtern und arbeitete mit der Mannschaft akribisch daran, sich zu verbessern. „Irgendwann kam dann der Zeitpunkt, als ich meinte, wir könnten ja doch eine Chance haben, wenn wir uns alle an den ausgegebenen Plan halten“, sagt Tulikowski.
Mittlerweile ist er positiver gestimmt, obwohl sein Team nur einen Punkt aus den letzten drei Spielen geholt hat. „Wir müssen keine Riesenschritte mehr gehen, um besser zu werden. Aber an den Feinheiten müssen wir permanent arbeiten“, meint er und sieht im Positionsspiel im Angriff deutliches Steigerungspotenzial.
