Bremen/Elsfleth - Auch wenn die Niederlage letztlich recht deutlich ausfiel: Da war mehr drin für die Oberliga-Handballer des Elsflether TB. Am Samstagabend verlor die Mannschaft von Trainer Patrick Tulikowski das Auswärtsspiel beim HC Bremen mit 24:29 (12:14) und musste dadurch die Hanseaten in der Tabelle an sich vorbeiziehen lassen. Der ETB fällt auf Platz sieben zurück, liegt mit 10:10 Punkten aber immer noch voll im Soll.

Rund eine Viertelstunde vor dem Abpfiff lag das Momentum eigentlich klar auf der Seite der Elsflether. Den zwischenzeitlichen 17:21-Rückstand hatten Sascha Klostermann und Bastian Rambau bereits auf zwei Treffer verkürzt. Dann traf sogar Torhüter Marcel Völkers, weil die Hausherren bei einem Unterzahlspiel ihren Torhüter zugunsten eines weiteren Feldspielers geopfert hatten. Doch es blieb nur ein Strohfeuer.

Vier Gegentore später lag der ETB wieder mit 20:25 hinten und kam auch nicht mehr auf Schlagdistanz. „Eigentlich haben wir ganz gut gespielt. Aber letztlich sind zu viele Kleinigkeiten schief gegangen“, sagte Tulikowski. Es habe nicht den einen entscheidenden Punkt gegeben, den er als Grund für die Niederlage hätte ausmachen können.

Anfangs lag sein Team sogar knapp vorne. Die Abwehr inklusive Torhüter Marcel Völkers verrichtete ihren Job wie gewohnt zuverlässig, obwohl Martin Wille kurzfristig krankheitsbedingt im Mittelblock ausfiel. „In der Anfangsphase lag unsere Fehlerquote fast bei Null“, meinte Tulikowski. Doch schon die erste kleine Schwächephase kostete innerhalb kürzester Zeit die Führung. „Wie gewonnen so zerronnen“, sagte Tulikowski. „Teilweise hatten wir richtig gute Ideen in unserem Angriffsspiel, haben sie dann aber nicht hundertprozentig durchgezogen“, sagte er.

In diesen Momenten machte sich die große Bremer Stärke an diesem Tag bemerkbar – das Gegenstoßspiel. „Das haben die richtig gut gemacht“, sagte Tulikowski, der allerdings bemängelte, dass seine Spieler nach Ballverlusten „einen Tick zu langsam“ den Rückwärtsgang eingelegt hatten. Den entscheidenden Rückstand Mitte der zweiten Halbzeit habe sich der ETB selbst zuzuschreiben, wie Tulikowski meint. „In dieser Phase und auch in manch anderer Phase waren wir einfach nicht abgezockt genug“, sagte er. Um den eingehandelten Rückstand schnellstmöglich wieder aufzuholen, sei zu hastig agiert worden. „Da hätten wir an der ein oder anderen Stelle wohl besser mal kurz das Tempo rausnehmen müssen, anstatt zu schnell den Torabschluss zu suchen“, sagt Tulikowski.


Trotz der Niederlage wollte der Coach die positiven Dinge nicht unerwähnt lassen. „Die Abwehr stand lange Zeit richtig gut“, sagte er. Torhüter Völkers brachte nicht nur das Kunststück fertig, selbst ein Tor zu werfen. Er parierte auch alle drei Siebenmeter, die gegen Elsfleth verhängt wurden. An der Konsequenz im Angriffsspiel müsse aber noch gearbeitet werden.

ETB: Völkers (1), Wagenaar – Oberegger (6), Danielzik (5/3), Rambau (4), Blohm (3), Klostermann (2), Pape (2), Gronau (1), Tolck, Schwarting.

Spielstationen: 3:5 (12.), 6:7 (15.), 10:7 (19.), 14:12 (30.), 19:16 (38.), 21:20 (45.), 26:21 (56.), 29:24 (60.).