Hannover/Nordenham - Zur richtigen Zeit werden die Zeiten besser: Die Leichtathletin Jule Wachtendorf vom SV Nordenham ist niedersächsische Vizemeisterin im 60-Meter-Hallensprint der Altersklasse U 20. Am Samstag belegte sie im Finale in Hannover Rang zwei in 7,76 Sekunden. Damit lief sie zugleich die Qualifikationszeit für die Deutsche Meisterschaft in dieser Altersklasse am 19. und 20. Februar in Sindelfingen. Den Titel holte sich die Favoritin Nele Jaworski vom VfL Wolfsburg in 7,64 Sekunden.
Jule Wachtendorf war zufrieden. „Der Start war richtig gut“, sagte sie. Nach hinten raus könne sie aber noch schneller laufen. Die Nordenhamerin hatte im Finale ihre Vorlaufszeit bestätigt. In 7,77 Sekunden war sie als zweitschnellste Läuferin in den Endlauf eingezogen. Nele Jaworski hatte sich mit starken 7,61 Sekunden für das Finale qualifiziert.
Klasse Zeiten
„Neles Zeiten sind einfach klasse“, sagte Stefan Doerner, Jule Wachtendorfs Heimtrainer. Er betonte, dass sich die neue Landesmeisterin für die deutsche Meisterschaft der U 20 und auch der Frauen qualifiziert habe. Auch Jule Wachtendorf lobte die Entwicklung der Siegerin. „Der Sieg ist schon verdient.“ In den vergangenen Wochen habe sie zusammen mit ihrer Konkurrentin trainiert. „Wir verstehen uns gut und wussten, wie die andere in Form ist.“
Im Gegensatz zu seiner Vereinskollegin vom SV Nordenham, Jule Wachtendorf, hatte Stefan Doerners Sohn Tammo Pech. Der 16-jährige Mittelstreckler musste krankheitsbedingt auf die Teilnahme an der Landesmeisterschaft verzichten. „Blöd“, findet das der Läufer. „Schade“, findet es sein Vater – gerade angesichts der überschaubaren Zeiten. „Über 1500 Meter wäre Tammo zwar nicht Erster geworden, aber die Qualifikation zur Deutschen Meisterschaft wäre drin gewesen“, sagte Stefan Doerner. „Die 800 Meter hätte er gewinnen müssen, wenn er gestartet wäre.“
Am Sonntag gewann Jule Wachtendorf über die 200 Meter den zweiten von sieben Zeitläufen in 26,32 Sekunden. Damit belegte sie Platz acht. Den Titel schnappte sich auch hier Nele Jaworski – in 24,90 Sekunden. Die Nordenhamerin war weder mit ihrer Zeit noch mit der Platzierung zufrieden. „Über 200 Meter muss eigentlich alles besser werden“, sagte sie kurz nach dem Rennen. „Der Start war nicht gut – und der Rest auch nicht.“ Spätestens nach 150 Metern gehe sie ein, sagte sie. „Aber es gibt ja noch ein paar Wettkämpfe in dieser Saison. Dann wird es bestimmt besser.“ Und in der Sommervorbereitung müsse sie wohl noch mehr Tempoläufe rennen, sagte sie. Der Fokus habe in dieser Wintersaison jedoch auf der kürzeren Sprintstrecke gelegen.
Unabhängig davon: Jule Wachtendorfs Formkurve zeigt nach oben. Auch Stefan Doerner freute über die positive Entwicklung seines Schützlings. „Jule hat ja noch einige Rennen vor sich. Wenn es Zehntel für Zehntel so weitergeht, wäre es doch klasse.“
Die Sportlerin sieht es ähnlich. „Das war schon mal ein guter Anfang.“ Schließlich habe sie sich für diese Wintersaison eigentlich nur eines vorgenommen: schneller zu laufen als in der holprigen Sommersaison. Eine Zeit habe sie gar nicht im Kopf gehabt.
60 MeterFinale
1. Nele Jaworski (VfL Wolfsburg), 7,64 Sekunden
2. Jule Wachtendorf (SV Nordenham), 7,76 Sekunden
3. Nele Müller (LAV Zeven), 7,92 Sekunden
4. Charlotte Waldkirch (VfL Eintracht Hannover), 7,96 Sekunden
5. Nele Fasold (LG Weserbergland),
8,05 Sekunden
6. Julia Todt (SV Union Meppen), 8,06 Sekunden
7. Eva Pauline Zintl (LG Weserbergland), 8,07 Sekunden
8. Emmy Lisanne Steinbrecher (Rukeli Trollmann), 8,14 Sekunden
Motivationsschub
Das änderte sich am Samstag. Die gute Form im Rennen wirkte wie ein Motivationsschub, wobei sie betonte, dass ihr Wettkämpfe immer Spaß machen, auch wenn es mal schlechter läuft. Ihr neues Ziel sei die Qualifikationszeit für die Deutsche Meisterschaft der Frauen: 7,65 Sekunden. „Das heißt aber nicht, dass ich dort starten kann, wenn ich diese Zeit tatsächlich laufe. Dort wird immer nur eine gewisse Zahl an Teilnehmerinnen zugelassen.“ Schon am kommenden Wochenende hat sie bei den Norddeutschen U-20-Meisterschaften die Chance, das neue Ziel zu erreichen.
