Stollhamm - Vor rund zehn Jahren bot die Butjenter Künstlerin Christine Pape erstmalig ein Malprojekt im Haus Christa an. Das Kreativangebot kam bei den Bewohnern richtig gut an. Viele der damals entstandenen Bilder hängen heute noch in dem Pflegeheim an der Hauptstraße 6. Eines davon hat es sogar bis auf die Flyer des Hauses geschafft. Mit seinen vielen Farben und Variationen spiegelt es die Vielfalt und Verschiedenartigkeit der Menschen wider, die hier leben.
„Das Bild hat mich sofort angesprochen“, sagt auch Christine Rüdebusch. In diesem Jahr hat die Einrichtungsleiterin erneut einen Antrag auf Fördergelder gestellt, um für die Mitglieder der unterschiedlichen Wohngruppen ein ähnliches Projekt finanzieren zu können. Der Bezirksverband Oldenburg (BOV) befürwortete die Maßnahme. Die Höhe der Spende aus der Stiftung Oldenburgischer Generalfond belief sich auf 3500 Euro.
Vernissage geplant
Seit Sommer läuft nun der Malkurs von Christine Pape und dem Ergotherapeuten vom Haus Christa Michael Köster. Es handelt sich um ein niederschwelliges Angebot, dass sich an alle Interessenten richtet und für das keinerlei Vorkenntnisse erforderlich sind. „Jeder, der mag und Lust hat, kann kommen und mitmachen“, erklärt Christine Pape. Die offene Gruppe mit wechselnden Teilnehmern arbeitet schwerpunktmäßig mit Gouache-Farben. Das sind deckende Wasserfarben, die zu den ältesten Kulturfarben der Welt gehören und das Ausprobieren verschiedener Techniken ermöglichen.
In Stollhamm werden die Farben nicht nur mit dem Pinsel auf das Papier aufgetragen, sondern zum Beispiel auch mit Kork gestempelt oder im Zusammenspiel mit Wachskreide verwendet, um besondere Strukturen entstehen zu lassen. Einige Teilnehmer bevorzugen konkrete Motive, andere das Abstrakte. Mit dabei hat Christine Pape auch immer Kunstpostkarten, die als Vorlage oder Inspiration genutzt werden können.
Mittlerweile ist bereits ein ganzer Stapel an Bildern entstanden. Ein Teil hiervon wird auf der Vernissage zu sehen sein, die noch in diesem Herbst stattfinden soll. Das Haus Christa verfügt an den Wänden über Galerieleisten, an denen die gerahmten Kunstwerke ohne großen Aufwand präsentiert werden können. Der Prozess des Malens in der Gruppe vereine gleich mehrere wichtige Funktionen, berichtet Christine Rüdebusch. Er mache nicht nur Spaß, sondern vermittele schnell Erfolgserlebnisse und biete eine Tagesstruktur, fördere unter anderem gerade nach der Coronazeit das Gemeinschaftsleben und das Zugehörigkeitsgefühl sowie das Aushalten von Gruppensituationen.
Mehrere Angebote
Diese und andere Selbstwirksamkeitserfahrungen können die Bewohner vom Haus Christa auch dann erleben, wenn sie sich an den anderen Kreativ- und Gruppenangeboten beteiligen. Dazu zählen unter anderem die Treffen der hauseigenen Musikband „The Christas“, die auch immer wieder öffentliche Auftritte hat, oder auch Gartenarbeit. Auf dem Außengelände der Stollhammer Einrichtung mit den derzeit 88 Bewohnern werden gerade Tomaten, Gurken und Kürbisse aus den Hochbeeten geerntet. Perspektivisch ist übrigens eine Umgestaltung des Gartens geplant. Danach soll es im Außenbereich noch andere Betätigungsfelder für die Bewohner mit einer seelischen Behinderung geben.
