Jade - Auf Knopfdruck können die Jaderinnen und Jader am Pastorenpad hinter dem Friedhof der Trinitatis-Kirche sieben verschiedene Aufzeichnungen anhören. Denn dort steht nun der neue Hörstuhl, auf Plattdeutsch „Vertellstöhl“. In den sieben verschiedenen Geschichten erfährt man einiges über die Region Jade, Menschen, Landschaft, Geest, Marsch und Moor. Die Texte wurden von professionellen Schauspielern eingesprochen. Der Hörstuhl in Jade ist bereits der fünfte Hörstuhl im Landkreis. Die weiteren Stühle stehen in Eckwarden, Fedderwardersiel, Waddens und Stollhamm. In Jade sollen noch Hinweisschilder im Ort angebracht werden, die auf den Standort hinweisen.
Eckhard Berger, Dieter Kohlmann, Ute Extra, Bärbel Deharde, Heinz May, Hartwig Quathamer, Henning Kaars weihten den Hörstuhl in Jade offiziell ein.
Wolfgang BöningBei der offiziellen Einweihung ließ der Vorsitzende der Dorfgemeinschaft, Hartwig Quathamer, die Entstehungsgeschichte Revue passieren. Im September 2009 wurde die Idee erstmals vorgestellt. Die Künstlerinnen Bärbel Deharde aus Nordenham und Ute Extra aus Tossens ließen diese Idee mit Vorschlägen zur Gestaltung reifen. Das wurde auch vom Bürgermeister Henning Kaars befürwortet.
Eine besondere Herausforderung war die Finanzierung, hier galt es Sponsoren für insgesamt 10 000 Euro zu finden. Doch dank der Unterstützung von der Raiffeisen-Volksbank Varel-Nordenham, der EWE-Stiftung, LZO-Stiftung Wesermarsch und des Energiewindpark Jade und weiteren Spendern wurde auch diese Hürde genommen.
Der überdimensionierte Hörstuhl, in dem auch zwei Personen Platz finden, besteht aus 38 Stück V2A Edelstahlrundstählen, zirka 2,80 Meter lang, überwiegend verbogen und verschnörkelt, mit eingelegter Acrylglasplatte, im Halbkreis aufgestellt. Angefertigt wurde das Kunstwerk von einem Team von „Zeit und Service“ in Brake, dessen Geschäftsführer Heinz May auch bei der Einweihung vor Ort war. Beim Aufbau brachte sich an vorderster Stelle der Küster Jürgen Hartmann unermüdlich ein, der Unterstützung vom Bauhof der Gemeinde Jade erhielt.
Der Braker Künstler Eckhard Berger hielt die Laudatio auf das gelungene Werk. Der stellvertretende Landrat Dieter Kohlmann sprach im Zusammenhang mit dem Hörstuhl von „unsichtbaren Sehenswürdigkeiten“, die sich in der Wesermarsch verbergen, durch die man jedoch viel Wissen erfahre.
