Seefeld - Wer an Dagmar Diers denkt, denkt an Bunte Bentheimer Schweine. Schon kurz nach ihrem Einzug auf den Hof Moorfreude in Seefelderaußendeich begann sie, die Tiere zu halten und dann auch zu züchten.

Sie und ihr Mann Reiner Diers wollten sie unter Bio-Bedingungen aufziehen, das Fleisch selbst essen, und es sollte eine alte Haustierrasse sein. So kamen sie auf die Bunten Bentheimer, die damals einen Hype ausgelöst hatten. Freunde und Bekannte, die von dem Fleisch kosteten, wollten es bald auch kaufen. So wurde das Hobby zum Geschäft. Bald hielt sie zwölf Schweine pro Jahr, jeden Monat lässt sie eines schlachten.

Es ist kein einfaches Geschäft, weil die Bio-Haltung teuer ist – unter anderem wegen des Bioland-Futters –, und weil die Tiere viel länger beim Züchter bleiben als konventionell gehaltene Schweine, Deshalb muss die Verkäuferin entsprechende Preise verlangen. Das Geschäft habe sich nur gelohnt, weil sie von Anfang an auf Direktvermarktung gesetzt habe, sagt Dagmar Diers. Züchter, die noch einen Vermarkter brauchten, seien bald gescheitert.

Doch bis Ende des Jahres lässt auch Dagmar Diers die Haltung dieser gefleckten Schweine auslaufen. Grund ist der Klimawandel, wie sie sagt. Längere Trockenperioden mit großer Hitze machten den Schweinen massiv zu schaffen, weil sie nicht schwitzen können. Auch die Suhlen der Tiere trockneten unter dem heißen Himmel aus, was ihren Wasserverbrauch deutlich erhöht habe. Die Tiere im Stall zu halten, komme für sie jedoch nicht in Frage.

Stattdessen will sie das in diesem Jahr gestartete Projekt mit den Heukartoffeln fortsetzen, bei dem sie Kartoffeln pflanzt und einen Deich Heu darüber legt. Zudem denkt sie darüber nach, die derzeitige Schweinewiese in eine Streuobstwiese umzuwandeln mit Bäumen, in deren Schatten sie weiteres Gemüse anbauen kann. Dazwischen sollen Hühner laufen, in deren Haltung sie vor drei Jahren eingestiegen ist. Der Hof Moorfreude bleibt also in Bewegung.

Henning Bielefeld
Henning Bielefeld Redaktion Nordenham (Stv. Leitung), Redaktion Stadland