Moorsee - Rein in die Moorseer Mühle konnten am Pfingstmontag beim Deutschen Mühlentag die Besucher nicht. Die Enttäuschung darüber nahm der ehrenamtliche Müller Eckhard Dunkhase Erwachsenen und Kindern aber schnell mit anschaulichen Erzählungen über das harte Müllerhandwerk.
Die Schädlingsbekämpfung in dem 1904 gebauten Galerieholländer zieht sich länger als erwartet hin, so dass das Betreten des über 20 Meter hohen Gebäudes nicht erlaubt war. Darin und in der kühlen Witterung sieht der Vorsitzende des Mühlenbetreibers Rüstringer Heimatbund, Hans-Rudolf Mengers, Gründe für den relativ schwachen Besuch am Pfingstmontag beim 22. Deutschen Mühlentag. Der stete kalte Wind hatte immerhin den Vorteil, dass Eckhard Dunkhase demonstrierten konnte, wie durch das Schließen der Jalousien an den mächtigen Mühlenflügeln diese an Fahrt aufnahmen und, so war es früher, die Intensität des Getreidemahlens erhöhten.
Weitere Erklärungen folgten am Modell der Moorseer Mühle in einem Nebengebäude. „Sehr interessant“, fand Familie Glania aus Mühlheim an der Ruhr die Ausführungen des ehrenamtlichen Müllers.
Die Enkelkinder von Joachim Glania, der früher noch bei Müller Reinken Brot gekauft hat, durften auch praktisch Hand anlegen. Nachdem Annegrete Hemken den Weg des Getreides vom Acker über die Ernte bis zur Dreschmaschine erklärt hatte, konnten die kleinen Gäste mit einer Handmühle Weizen mahlen und das gewonnene Mehl zum Backen der beliebten Moorseer Mühlenmaus verwenden. Neben Eckhard Dunkhase kümmerten sich die ehrenamtlichen Müller Anton-Günter Reumann und Klaus Kuck um die – leider wenigen – Besucher.
Mit dem Abbau des Schlauchgewirrs in der Mühle soll an diesem Dienstag begonnen werden. Daher rechnet der Rüstringer Heimatbund beim Internationalen Museumstag am kommenden Sonntag, 22. Mai, mit mehr Mühlen-Besuchern.
Auf 55 Grad hatte eine Firma aus Lippstadt in Nordrhein-Westfalen in den vergangenen zwei Wochen die Innenräume der Mühle erhitzt. Mit dieser umweltschonenden Methode ohne Gas und Chemikalien rückten die Spezialisten dem Holzwurm zu Leibe, der sich in gefährlicher Zahl in dem Mühlengebälk eingenistet hatte. Diese Methode zeitigte Erfolg. „Chef“-Müller Anton-Günter Reumann zeigte der NWZ eine Handvoll etwa zwei Zentimeter langer toter Würmer.
