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Wirtschaft in Lemwerder Frischekur für Traditionshaus Mode Horstmann

Statt sich von der Corona-Pandemie in die Knie zwingen zu lassen, haben Tanja und Kai Horstmann ihr Modegeschäft fit für die Zukunft gemacht.

Statt sich von der Corona-Pandemie in die Knie zwingen zu lassen, haben Tanja und Kai Horstmann ihr Modegeschäft fit für die Zukunft gemacht.

Merle Ullrich

Lemwerder - Was ist denn da los? Das mag sich vielleicht der ein oder andere Lemwerderaner in den vergangenen Wochen gefragt haben, als er oder sie an dem Geschäft Mode Horstmann an der Stedinger Straße vorbeikam. Denn seit neuestem prangt dort nicht mehr der Schriftzug Horstmann über dem Eingang, sondern „Cactus“. Doch das Inhaberpaar Kai und Tanja Horstmann kann die Sorge ausräumen, dass sich das Traditionsunternehmen Mode Horstmann aus Lemwerder zurückziehen könnte.

Familientradition

„Wir bekennen uns klar zum Standort Lemwerder“, sagt Kai Horstmann. Immerhin hatten seine Eltern dort vor 50 Jahren ihre Selbstständigkeit gegründet, sagt er. Doch das Modegeschäft liegt der Familie schon viel länger im Blut. „Mein Uropa hat in Berne die erste Filiale eröffnet, meine Oma hatte ein Geschäft in Rönnebeck“, erzählt Kai Horstmann. Ein Beleg aus dem Geschäft seines Uropas aus dem Jahre 1908 hängt noch eingerahmt an der Wand des Büros in Lemwerder. 1972 wagten dann seine Eltern in Lemwerder den Schritt in die Selbstständigkeit. Zunächst eröffneten sie ein kleines Geschäft auf der anderen Straßenseite zum heutigen Standort. Später kamen die Standorte Berne und Hude dazu.

Doch nun war es Zeit für Veränderungen, fanden Tanja und Kai Horstmann. Die Corona-Pandemie hat dazu beigetragen. „Wir haben in Corona-Zeiten innegehalten und einige Maßnahmen hinterfragt“, erzählt Tanja Horstmann. Während viele Geschäfte die Corona-Pandemie nicht überlebt haben, entschieden sich Tanja und Kai Horstmann, in einen Umbau zu investieren. Wie viel, wollen sie nicht verraten. Doch es hat sich einiges getan in dem Modegeschäft an der Stedinger Straße. Der Verkaufsraum erstrahlt hell, das Ambiente ist modern. Das Geschäft erscheint weitläufiger. Dabei hat das Paar das Stammhaus tatsächlich von 650 auf 400 Quadratmeter verkleinert, erzählen sie. „Wir haben das Geschäft komplett entkernt, eine neue Klimaanlage wurde eingebaut, die Decken und die Lichttechnik (LED) erneuert, die Außenfassade wurde renoviert und im Ladenraum wurde einmal rundum neuer Fußboden verlegt“, zählt Kai Horstmann auf.

Doppelter Aufwand

Ein großer Vorteil: Marketing-Maßnahmen müssen jetzt nicht mehr doppelt geleistet werden. Das Paar hat bereits seit 2007 mehrere Cactus-Filialen in der Region erworben, zunächst in Vegesack, Lesum und Blumenthal, 2013 in Ganderkesee. Außerdem habe das Geschäft in Lemwerder einfach eine Frischekur benötigt, sagt Tanja Horstmann. „Es muss eben auch alles wirtschaftlich einen Sinn ergeben. Wir hatten zu viel Fläche mit zu viel Sortiment, aber kein richtiges Profil mehr dahinter“, erklärt Kai Horstmann. Das Paar habe viele Versionen durchgespielt, doch es sei klar gewesen, dass nun eine Entscheidung fallen müsse. Vor allem der äußerliche Wechsel von Horstmann zu Cactus sei sehr emotional gewesen, erzählt Kai Horstmann. „Es war das Geschäft meiner Eltern und ich bin dort auf- und reingewachsen“, sagt er. Der Abbau des alten Logos sei ihnen schwer gefallen, ist sich das Inhaber-Paar einig. „Wir haben gesagt, im Herzen bleiben wir immer Horstmann, aber es hat eben alles ein neues Gewand bekommen“, sagen sie.

Merle Ullrich
Merle Ullrich Redaktion Brake
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