Lemwerder - Im Oktober finden die Landtagswahlen statt. Dann werden nicht nur alle erwachsenen Niedersachsen an die Urnen gebeten, um über die Mitglieder des Landtags abzustimmen. Auch die Hortkinder der Kita-Lemwerder müssen überlegen, wer sie in den kommenden Monaten als Kinderrat vertreten soll.
Mini-Projekt
Doch wie funktioniert so etwas eigentlich? Wozu sind Wahlen gut? Was ist der Unterschied zwischen Demokratie und Diktatur? In einem Mini-Projekt werden die Horties gerade an das Thema herangeführt. Damit alle einmal einen kleinen Einblick bekommen, wie in Lemwerder Politik gemacht wird, hatte CDU-Ratsmitglied Wolf Rosenhagen die fast 60 Mädchen und Jungen in den Ratssaal der Gemeinde eingeladen, um ihnen Rede und Antwort zu stehen und um zum besseren Verständnis eine Sitzung des Bauausschusses mit den Kindern nachzuspielen.
Zehn Kinder wurden neben Rosenhagen, der den „Vorsitz“ hatte, als Ratsmitglieder ausgewählt. Die anderen waren die Bürger, die sich erst einmal zurückhalten mussten, damit von den Ratsmitgliedern Anträge gesammelt werden konnten. Diese nahm Hortleiterin Gitte Wendelken – wie in echten Sitzungen – zu Protokoll.
Viele Ideen
Ideen hatten die jungen Ratsmitglieder viele. Ein roter Teppich von Zuhause bis zur Schule, hatte da aber leider ebenso wenig Chancen überhaupt in die Abstimmung zu kommen wie der Bau von Portalen, durch die man mit einem Schritt nach Brasilien oder zu Verstorbenen gelangen könnte. Der Antrag von Kim, dass Motorroller auf dem Fußweg fahren dürfen, fand nach dem Abschluss der Antragsliste bei den Abstimmungen keine Mehrheit. Der von Lucas, der forderte, die herumliegenden Steine Am Wiesenkieker zu entfernen, hingegen schon. Er wurde sogar von Bürgermeisterin Christina Winkelmann, die später zu der „Sitzung“ stieß, mit dem Versprechen, sich darum zu kümmern, aufgenommen. Um weniger Autos in Lemwerder oder wie Tempo 30 auch von Anwohnern eingehalten werden könnte, ging es neben vielem anderen in der anschließenden „Bürgerfragestunde“. Voller Eifer waren die Kinder bei der Sache. Doch die Zeit drängte, damit auch noch die zuvor überlegten Fragen an den CDU-Politiker gerichtet werden konnten.
